2-Jähriger Nuckel abgewöhnen

Nuckel

Wir haben schon länger festgestellt, dass es langsam Zeit wird, der 2-Jährigen den Schnuller abzugewöhnen. Sie war einfach sehr abhängig von ihrem „Nunu“ und das leider auch noch tagsüber. Also hatten wir den Entschluss gefasst, dass sie ihren Nuckel dem Weihnachtsmann geben soll. Ich bilde mir auch ein, dass man an ihrer Zahnstellung ein wenig sieht, dass sich die Zähne von Nuckel schon leicht nach vorne gestellt haben – es wird also höchste Zeit.

Unsere Pläne, dem Weihnachtsmann den Nuckel in einer feierlichen Zeremonie zu übergeben, änderten sich vor 2 Wochen drastisch, als wir an einem Samstag mit ehemaligen Nachbarn Mittagessen waren! Der folgende Beitrag passt schön zur aktuellen Blogparade der Teilzeitmutter, die mir oft aus der Seele spricht. Genau wie sie finde ich, dass man die Fakten auf den Tisch bringen kann und auch mal über Mann und Kinder meckern darf (vor allem, wenn man sich selbst nicht so ernst nimmt und sich nicht gleichzeitig als die Super-Mama hinstellt. Zu diesen zähle ich mich definitiv nicht).

Mein Bericht über einen Tag, an dem ich im Nachhinein lieber im Bett geblieben wäre

Der ganze Morgen war schon total daneben: Der Ordnungshüter hat rumgemeckert, dass wir unser AuPair mit zum Mittagessen nehmen müssen. Dabei hatte ich es mit ihr geklärt, weil wir mit dem Auto fahren mussten und sie in unser derzeitiges Auto nicht reinpasst (was wir nicht zuletzt aus dem Grund zu ändern versuchen) und außerdem hatte ich es so verstanden, dass uns die Nachbarn zum Essen einladen – da kann ich ja auch nicht einfach noch jemanden auf deren Kosten mitbringen. Die Kinder waren schlecht gelaunt und es gab Trouble beim Anziehen, beim Frühstück fiel eine volle Müslischale auf den Boden und danach wurde viel gestritten. Ich durfte mit ihnen diesen tollen Vormittag alleine durchstehen, weil der Ordnungshüter arbeiten musste. Natürlich auch noch über den Zeitpunkt hinaus, als die Freunde uns einsammeln kamen, so dass ich mit den Mädels alleine losgefahren bin.

Das Horror-Mittagessen

Beim Mittagessen sind die 4 Kinder völlig außer Rand und Band gewesen und haben im chinesischen Restaurant nur Blödsinn gemacht! Und wenn ich Blödsinn meine, dann meine ich RICHTIG BLÖDSINN! Meine Kinder (die Nachbarskinder waren allerdings auch nicht viel besser) können sich in solchen Situationen so richtig schön in einen „Rausch blödeln“, dass man einfach überhaupt nicht mehr zu ihnen durchdringen kann und es nichts gibt, was sie wieder zur Vernunft bringt. Sie sind dann histerisch, laut, lachen sich über Ermahnungen noch mehr schlapp, schaffen es, im Sitzen noch so viel Mist zu machen, dass man über den Einfallsreichtum eigentlich nur staunen kann. Das war mega anstrengend! Der Ordnungshüter kam dann sogar noch nach, aber auch er konnte sich nicht durchsetzen. Ich also Essen runtergeschlungen und dann ab mit den Kids nach Draußen in den Nieselregen.

Auch dort haben sie nur Mist gemacht, so dass ich einfach nur froh war, als wir wieder nach Hause aufbrachen. Allerdings ging dann der richtige Terror erst los: Wir hatten keinen Nuckel dabei und die mittlerweile doch sehr müde Kuschelmaus konnte im Kindersitz ohne ihren Nuckel nicht einschlafen. Um ihren Unmut über den fehlenden Nuckel Luft zu machen, hat sie auf der eigentlich kurzen Strecke, die dank Staus aber doppelt so lange gedauert hatte, 20 Minuten GEBRÜLLT! Es war kein Heulen oder Jammern, es war wirklich ohrenbetäubendes Brüllen! Der Ordnungshüter machte auch noch ein riesen Fass auf, warum ich den Nachbarn in den Stau hinterhergefahren bin und nicht auf ihn höre und seinen Weg gefahren bin, weil er sich da viel besser auskennt, ich würde sowieso nie auf ihn hören und es wäre kein Wunder, dass unsere Kinder nicht auf uns hören wenn die Mutter so einen Dickkopf hat, und blablabla. Aber wenn ich den Nachbarn sage, dass ich gerne wieder hinter ihnen herfahre, kann ich ja nicht plötzlich einfach abdüsen und sie warten dann womöglich noch irgendwo auf mich!

Trotz Streit, Stau und Brüllerei ist die Kuschelmaus dann doch irgendwann eingeschlafen, so dass ich irgendwann auch wieder einen klaren Gedanken fassen konnte und mich – zwischen Scheidung, Adoptionsfreigabe und Nuckel-Wegnehmen hin-und herschwankend – letztendlich für das Nuckelabgewöhnen entschieden habe! Der Tag war eh schon so beschissen, da machte es auch nichts aus, sich am Abend noch mit der 2-Jährigen wegen des Nuckels zu streiten…

Der Nuckel muss weg!

Der Beschluss war also gefasst und zu Hause angekommen wurden alle Nuckel eingezogen und immer noch ordentlich geladen, war ich auf das zu Bett gehen gespannt. Ich hatte der Kuschelmaus bereits vorher erklärt, dass sie heute Abend keinen Nuckel mit ins Bett bekommen wird. Das schien ihr mit ihren 2 Jahren und 4 Monaten aber scheinbar noch zu abstrakt zu sein, denn sie zeigte keinerlei Reaktion.

Dafür war die Reaktion im Bett umso heftiger, als sie keinen Nuckel bekommen hat! Sie schläft noch immer im Gitterbett. Obwohl sie rausklettern kann und das immer mal wieder tut, hat sie es in der Situation nicht versucht. Stattdessen hat sie eine Stunde brüllend in ihrem Bett rumgewütet, alles mögliche rausgeworfen, inklusive Schlafsack und Schlafanzug, den sie sich wütend vom Leib gerissen und ihn dabei fast zerrissen hat. Ich bin nach den ersten paar Brüllminuten zu ihr rein und habe mich neben das Bett gehockt, weil ich befürchtete, dass sie sich in ihrer Rage verletzen könnte. Irgendwann war sie schon sehr müde, heulte und schluchzte nur noch, schien sich aber etwas zu beruhigen. Ich konnte sie zu dem Zeitpunkt zumindest wieder anziehen und alles zurück ins Bett verfrachten. Meine Hoffnung, dass sie nun einschlafen würde, wurde aber leider nicht erfüllt. Als sie auch dann keinen Nuckel bekam, hat sie noch einmal voll aufgedreht und so geschrien, dass sie letztendlich gekotzt hat! Das war ja wirklich sowas von überflüssig!

Den Ordnungshüter, auf den ich immer noch wegen verschiedenster Vorkommnisse der Tages sauer war, musste ich dann um Hilfe bitten, weil Kind saubermachen und Bett saubermachen einfach zu zweit besser funktioniert. Er kam dann auch mit einem „bist selbst schuld“-Blick und „dafür bin ich jetzt gut genug“-Spruch zum Helfen. Ja danke auch! Sollte ich etwa klein beigeben und das Kind nach dem Theater damit belohnen, dass ich doch wieder den Nuckel gebe? Bestimmt nicht! Meine angestaute Rage des Tages hielt mich jedenfalls davon ab!

Nach dem Bettenwechsel und Abduschen ging der nächste Versuch, sie ins Bett zu legen, etwas zivilisierter ab. Sie heulte noch immer nach dem „Nunu“, aber weil ich es nicht noch mal eskalieren lassen wollte, bin ich rausgegangen und es wurde überraschenderweise nicht wieder lauter. Ich habe noch mal den Ordnungshüter rein geschickt, aber da hatte sie wohl endgültig aufgegeben und schon halb schluchzend geschlafen. Puuuuhhh – was für ein Akt!

Am zweiten Abend war das Theater erstaunlicherweise etwas besser. Sie brüllte auch wieder eine Weile, aber ich hatte es dieses Mal vorgezogen, draußen zu warten und wollte nur eingreifen, wenn sie wieder Gefahr läuft, loszukotzen. Der Ordnungshüter ist nach einer halben Stunde rein und konnte sie überzeugen, dass sie auch ohne Nuckel schlafen kann.

Der 3. Abend: „Die Kleine Uta möchte aus dem Alptraum aufgeweckt werden“

Am dritten Abend – das war nun Montagabend – leider wieder das alte Theater: Insgesamt hat sie sogar 1,5 Stunden gebrüllt. Nach einer Stunde bin ich rein und habe sie bis auf die Windel nackt im Bett vorgefunden. Alles, was sich normalerweise im Bett befand, befand sich nun irgendwo im Zimmer. Nur mit größter Mühe konnte ich sie wieder anziehen und ins Bett verfrachten (die Nähte des Schlafanzuges knackten verdächtig unter ihren Versuchen, sich vor dem Anziehen rauszuwinden und sie wäre mir fast noch vom Wickeltisch geflogen!). Danach ging es noch eine halbe Stunde mit Gebrüll weiter und man hörte bereits, wie heiser sie zum Schluss war. Immerhin ist sie irgendwann alleine eingeschlafen. Die Nacht war allerdings richtig ätzend, weil sie wegen des kratzig geschrienen Halses immer wieder aufgewacht war und total heiser keuchte, so dass ich sie irgendwann zu uns nehmen musste. Zwischendurch ist die Schnatterente auch noch 2x aufgewacht und meine Nacht war auch schon um 5:00 zu Ende, weil ich den ersten Flieger nach Hamburg zu meiner ersten Geschäftsreise nehmen musste. Müde war gar kein Ausdruck für meinen Zustand! Und mein Tag zog sich auch noch bis um 23:30 Uhr…

Besserung in Sicht an Tag 4 und ohne Mama

Aber was die Nuckelfront angeht, war es an dem Dienstag, wie ich es erwartet habe: Die Kuschelmaus hat sich von unserem AuPair ohne jegliche Probleme ohne Nuckel ins Bett legen lassen und seit dem sind wir nach vielen Tränen, Rumbockerei und Heiserkeit durch mit dem Thema Nuckel. Naja zumindest halbwegs: manchmal fragt sie schon noch danach und insbesondere der Mittagsschlaf am Wochenende klappt jetzt meistens nicht mehr. Sie heult auch rum, was früher nie der Fall war und das total unkomplizierte Hinlegen und sofortiges Rausgehen hat bei vielen anderen Mamas für großes Erstaunen gesorgt. Die Zeit ist jetzt leider vorbei und ich denke, dass sie mit Nuckel Mittags wahrscheinlich auch am Wochenende noch einschlafen würde. Ohne Nuckel überwiegt dann wohl ihr Bocken und der Wille, keinen Mittagsschlaf zu machen um nichts zu verpassen. Aber ich denke, mit 2 Jahren und 4 Monaten ist sie einfach auch schon an der Grenze zwischen Mittagsschlaf und kein-Mittagsschlaf. Die Wochenend-Nachmittage sind manchmal zwar etwas zäh, wenn sie dann schon gut müde ist, aber es ist aushaltbar.

Insgesamt schläft sie aber seit dem nicht mehr so zuverlässig durch. Es ist jetzt gerade eher die Regel als die Ausnahme, dass sie mich nachts weckt und ich rüber muss. Allerdings hustet sie auch ganz schön doll und im Gegensatz zur Großen, die schon oft schlimmen Husten hatte und die damit eigentlich trotzdem ohne Theater schläft, fängt die Kleine an zu heulen, wenn sie der Husten zu sehr nervt… Ach war meine Nacht alleine im Hotel in Hamburg erholsam!!!

Wie ging es euch mit dem Nuckel-Abgewöhnen? Ich würde mich über ein paar gelungenere Geschichten freuen, damit ich nicht nur davon berichten kann „Wie man es NICHT macht“. 🙂

Eure Uta x

3 Gedanken zu „2-Jähriger Nuckel abgewöhnen

  1. …wie schrecklich sich diese Geschichte liest…
    Deutsche Disziplin und Konsequenz bis zur sprichwörtlichen „Kotzgrenze“ wird einem 2-jährigem Mädchen aufgezwungen…sehr traurig…

    1. Liebe Stina,

      Danke für deinen Kommentar. Ich kann dir aus meiner Erfahrung vom Leben im Ausland sagen, dass die Deutschen meist die inkonsequentesten Eltern sind – und ich bin da ganz vorne dabei 🙂

      Ich fand es auch nicht schön, dass sie sich so reingesteigert hat, dass sie am Ende gespuckt hat! Der Nuckel ist aber für uns (natürlich nicht für sie) in vielerlei Hinsicht unerträglich geworden und musste weg.
      Beim nächsten Mal frage ich vorher Dr. Google, wie man am Besten Nuckel abgewöhnt.

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