Zu Besuch bei der Familie in Berlin

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Wir haben es ohne Probleme nach Berlin geschafft und dieses Mal kam sogar unser Koffer auf Anhieb an! Es war ja auch unwahrscheinlich, dass am Tag nach dem Flugzeugunglück von 4U9525 wieder irgend etwas mit einer Germanwings Maschine passiert. Trotzdem bin ich mit einem mulmigen Gefühl in das Flugzeug des selben Typs eingestiegen und war froh, dass die todmüde Kuschelmaus meine Aufmerksamkeit zu 150% beansprucht hat, so dass ich gar keine Zeit hatte, mir irgendwelche Sorgen zu machen…

Nach der Ankunft war das „Hallllooo“ zu Hause mal wieder riesig! Erst einmal mussten die Kinder jedes einzelne der Haustiere meiner Eltern begrüßen (meine Eltern haben eine Art private Auffangstation für Tiere: Hund, Graupapagei, Minischwein und Schildkröte gibt es in doppelter sowie Katze in einfacher Ausfertigung …). Obwohl es bereits Abends war, wurde eine Schildkröte (von der Kuschelmaus als „Gigi“ bezeichnet) noch einmal runter geholt und durch die Gegend gelockt. Die Hunde (beide als „Ääämma“ bezeichnet) bekamen gleich jede Menge vom Abendbrot der Mädchen ab und die Graupapageien (der Einfachheit halber von der Kuschelmaus ebenfalls beide mit dem selben Namen „Ninni“ bezeichnet) drehten ihre Runden über den Köpfen der Mädchen.

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Weil sie wegen der ganzen Aufregung des Wiedersehens natürlich zu spät im Bett waren, freute ich mich über die vorhandenen Jalousien, die die Zimmer komplett abdunkeln und hoffte, dass sie deshalb länger schlafen können. Aber: Pustekuchen! Die Schnatterente war noch vor 7 (in London ja 6 Uhr) wach und die Kuschelmaus ist nur kurze Zeit später aufgewacht. Noch im Pyjama haben sie innerhalb kürzester Zeit ein heilloses Chaos gemacht, denn sie schienen es sich zum Ziel gemacht zu haben, in möglichst kurzer Zeit mit ALLEN Spielsachen die es hier gibt (und das sind große Teile der Spielsachen von 6 Kindern!) gespielt zu haben!

 

Nachdem wir einmal mit unserem Auto gefahren waren, hieß es bei der Kuschelmaus ständig: „rau“ ( = raus) und „Auto“. Sie scheint sehr gerne Auto zu fahren, was gut ist, weil wir vorhaben, mit dem Auto nach London zu fahren. Und ständig jammert sie nach „Anno“ (= meine Mutter), die viel weg ist und der sie kürzlich einfach mal nachlaufen wollte. An der offenen Haustür habe ich sie zum Glück wieder eingefangen! Wenn sich dieser kleine Dickkopf etwas in den Kopf gesetzt hat, findet sie Mittel und Wege! Wie sie es geschafft hat, die Tür aufzumachen, ist mir immer noch ein Rätsel. Jetzt schließt meine Mutter jedenfalls hinter sich zu wenn sie geht 🙂

 

Dass die Kuschelmaus einen sehr starken Willen hat, hat auch meine Schwester festgestellt! Wir haben am Wochenende eine spontane Gartenaktion gemacht, sprich: Schubkarrenweise Laub in den Container geschmissen. Die Schwangeren wurden von der Gartenarbeit verschont und so ist die Schnatterente zu meiner Schwägerin zum DVD gucken gegangen und meine Schwester hat die Kuschelmaus draußen bespaßt. Hinterher meinte meine Schwester nur, dass sie der Kuschelmaus verschieden Vorschläge gemacht hat, doch mal zur Rutsche, zur Schaukel oder zur Wippe zu gehen. Die Kuschelmaus hat sich aber absolut nicht für die Vorschläge interessiert und statt dessen ihr „Programm“ eiskalt durchgezogen hat. Dazu gehörte auch ungefähr eine Stunde lang die Gartentreppe hoch und runter zu gehen!

 

Die Kuschelmaus hat nämlich gerade gelernt, die Treppen hoch und runter zu LAUFEN! Schon an Weihnachten hatte sie das hochkrabbeln sowie runterrutschen der Treppe sicher beherrscht und die Treppengitter waren lediglich dazu da, die penetrant bettelnden Hunde auszusperren. Nun jedenfalls läuft sie sowohl hoch als auch runter, natürlich mit einer Hand am Geländer, und das viel öfter als nötig. Einfach nur, weil sie sich so darüber freut, dass sie das nun kann.

 

Wenn wir nach 3-4 Monaten wieder mal nach Hause nach Berlin kommen, sind auch für mich die Entwicklungsschritte der eigenen (genau wie natürlich die der Neffen) viel sichtbarer, weil ich mich noch gut an den Entwicklungsstand des letzten Besuchs erinnern kann. Insbesondere bei der 20 Monate alten Kuschelmaus ist die Entwicklung innerhalb eines Vierteljahres natürlich enorm: Plötzlich werden Treppen aufrecht genommen, Türgriffe oder Lichtschalter sind erreichbar, die vorher noch nicht betätigt werden konnten, die Tiere und Menschen bekommen Namen, die den wirklichen Namen sehr ähneln, sie kann selbstständig den Kühlschrank aufmachen, was sie sehr gerne und total ausgehungert tut und unter dem Kühlschrank stehend, stößt sich die Kuschelmaus nun, wenn man die Tür aufmacht, etc.

 

Grundsätzlich bin ich sehr schlecht im Festhalten der Entwicklungsschritte der Kinder. Überhaupt halte ich eigentlich keine Daten mehr fest, wann wer was gemacht hat oder welches Zähnchen wann gekommen ist. Bei der Schnatterente habe ich die ersten Wochen noch eine Art „Tagebuch“ geführt, bei der Kuschelmaus überhaupt nicht. Auch habe ich nur die ersten beiden Seiten ihrer „Mein-Baby-Jahr-Bücher“ ausgefüllt (immerhin habe ich ein Löckchen der beiden aufgehoben. Irgendwo sind die jedenfalls. Ich weiß grad nicht, wo… Aber sie sind vorhanden! :-))

 

Vielleicht nehmen mir meine Kinder das später einmal übel, dass ich nicht genau „Protokoll“ über ihre Entwicklung geführt habe, zumal es diese Babybücher einem ja schon ziemlich einfach machen, wesentliche Entwicklungsschritte festzuhalten. Aber ich kann ihnen nun ja die alten Blogposts zeigen. Wenn man diese genau liest, lässt sich sicher eine Art Entwicklungsprotokoll rekonstruieren 😉

 

Eure Uta x

 

 

4 Gedanken zu „Zu Besuch bei der Familie in Berlin

  1. Liebe Uta,
    ich wünsche euch viel Spaß bei der Familie und ein wenig Erholung vom Umzugsstress. Also ich bin ja der totale Dokumentationstyp, ich führe Tagebücher, Listen etc. für meine Kinder und fotografiere auch viel. Das liegt unter anderem daran, dass meine Eltern auf sämtliche Fragen, die ich ihnen über meine Entwicklung stellte, keine Antworten geben konnten, weil sie alles vergessen und nichts aufgeschrieben hatten. Ich habe es gehasst! Deshalb und auch weil ich es selbst zur Erinnerung brauche, mache ich das sehr exzessiv. Was mich allerdings extrem stört, ist, dass es kaum Fotos von mir mit den Kindern gibt, weil ich immer die Einzige bin, die fotografiert. Die Kinder werden mich später fragen, ob ich überhaupt Zeit mit ihnen verbracht habe:(. Das macht mich echt traurig.
    Du hast ja Deinen Blog zur Erinnerung, das hilft doch auch schon.
    Liebe Grüße!

    1. Liebe Frühlingskindermama,

      das mit dem „nicht-auf-den-Fotos-sein-Gemecker“ kenne ich vom Ordnungshüter. Ab und zu hält er mich und die Kinder fest und beschwert sich dann, dass er NIE auf Fotos drauf ist. Ich gelobe Besserung 🙂

      Ich vertraue einfach darauf, dass meine Kinder ähnlich eingestellt sind, wie ich und es ihnen egal ist, wann sie ihr erstes Zähnchen bekommen haben oder wann sie Pupsgeräusche mit der eigenen Armbeuge produzieren konnten 😉

      Wenn sie es dann mal bei ihren Kindern anders machen: Bitte sehr. Vielleicht überspringt dieses Babytagebuch-Führen immer eine Generation?!? 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Uta

  2. Ich habe schon beim ersten Kind kein Buch geführt, weil ich davon ausgegangen bin, dass so etwas spätestens ab dem zweiten Kind nicht mehr durch zu halten ist und es nachfolgende Kinder unfair finden könnten, wenn es von ihren keine Aufzeichnungen gibt. Naja, und ich bin auch einfach nicht gut darin… 😉 Aber mal ehrlich, wer weiß schon, wann er welchen Schritt geschafft hat – und selbst die, die es nachlesen könnten, wird es wohl kaum im weiteren Verlauf des Lebens beeinflussen. Insofern hoffe ich darauf, dass meine Kinder das ähnlich pragmatisch sehen werden und ich ihnen damit nichts Furchtbares antue 🙂
    Viel Spaß in Berlin!

    1. Vielen Dank! Wie immer haben wir viel Spaß in Berlin und die Tage vergehen viel zu schnell bis es dann schon wieder Abschiednehmen heißt!

      Da bin ich aber froh, dass ich nicht die einzige (Raben-)Mutter bin, die die Entwicklung der Babies nicht schriftlich festhält! 🙂 Auch was das Fotografieren angeht, war ich eher faul. Das hat sich durch das Bloggen jetzt etwas geändert, weil die Kamera doch griffbereiter ist, als früher 😉

      Viele liebe Grüße,
      Uta

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