„Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ an deinem freien Tag?

Tagebuchbloggen alla WMDEDGT 11/15

Frau Brüllen fragt am 5. jedes Monats in die Runde: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“. Und endlich fällt einmal der 5. auf meinen freien Tag, so dass ich gerne mal von meinem „Freien Tag“ berichte.

Kurz vorweg: Die Woche war ziemlich verrückt! Wir wollten Sonntag aus Berlin nach London zurück fliegen, sind aber Opfer des dichten Nebels in London geworden, so dass wir nach 2 Stunden Warterei in Tegel, mit Kind und Kegel wieder zu meinen Eltern zurück mussten! Echt ätzend – vor allem die mangelnde Informationspolitik von Germanwings! Am Montag arbeiteten mein Mann und ich dann aus dem „Homeoffice“, während unser AuPair, das glücklicherweise diesen Urlaub mit uns angetreten hat, die Kinder betreute. Mit erneuten 2 Stunden Verspätung konnten wir endlich am Montagabend unsere Heimreise antreten. Dienstag brach dann im Büro die Hölle los: Wir stellen von jetzt auf gleich einen Teil der Webseite um und haben die Tage wir die Blöden geackert…

Und dann: Mein freier Tag! Heute!

Dieser fing wie so oft in letzter Zeit um 6:00 Uhr morgens an: Die 5 Jährige hatte ausgeschlafen, kam zu uns ins Bett gekrochen und nahm partout keine Rücksicht darauf, dass ich noch nicht ausgeschlafen hatte. Es wird so lange rumgezappelt und gemacht, bis von den Ermahnungen, ruhig liegen zu bleiben, auch die 2 Jährige aufwacht! Nach einem 15 minütigem Versuch, beide im Bett dazu zu bewegen, noch etwas zu dösen, ergreife ich irgendwann leicht genervt die Flucht und gehe viel früher als nötig duschen…

Wie ebenfalls sehr häufig zur Zeit, gab es auch heute Stress beim Anziehen: Die Große meint, sie kann es nicht alleine und braucht Hilfe, während sich die Kleine zunächst ganz verweigert und erst nach einigem Kämpfen auf den Wickeltisch gesetzt werden kann. Dort geht das Theater weiter und es wird sich mit vollem Körpereinsatz zunächst gegen das Ausziehen gewehrt und anschließend gegen das Anziehen! Wie ein 2-Jähriges Kind schon einen solchen Dickkopf haben kann, was die Auswahl der Klamotten angeht, macht mich immer wieder stutzig!

Ausnahmsweise lief das Frühstück mal relativ ruhig ab und so blieb uns vor dem Zähneputzen sogar noch die Zeit, die „Thank you“-Cards für die Geburtstagsgäste fertig zu schreiben. Es ist in England so üblich, dass man sich mit einer Karte bei den Gästen für das Kommen und das Geschenk bedankt.

Der kurze Schulweg von 200 Metern wurde von typisch englischem Wetter begleitet: Es hat geschüttet! Die Kleine musste aber dennoch unbedingt laufen und so kamen wir zwei wie begossene Pudel nach Hause zurück. Nach einer Woche Urlaub war der Vormittag vollgestopft mit Erledigungen: Zur Reinigung, zum Spielzeugladen um ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen, Lebensmittel-Wocheneinkauf, Fotos fürs Holiday-Book ausdrucken, Wasserfilter kaufen und ein Paket von der Post abholen. Während des Mittagsschlafs der Kuschelmaus habe ich gearbeitet, um meinen Kollegen bei der Mammut-Aufgabe zu unterstützen.

Die Besorgungen haben wir teilweise mit dem Auto, teilweise zu Fuß erledigt. Als wir gerade an der Schule vorbei kamen, war die Klasse der Schnatterente draußen und wir haben angehalten. Die Lehrerin hat die Schnatterente auf uns aufmerksam gemacht, so dass wir kurz Hallo gesagt haben. Ich hatte schon befürchtet, dass sie dann gleich auch mit uns mitkommen will. Aber sie hat nur ganz cool gefragt, wo wir hingehen und ist mit einem „Ok, dann bis später“ wieder abgedüst! Erstaunlich J

Um 15:15 Uhr haben wir sie dann von der Schule abgeholt. Natürlich regnete es wieder und wir kamen wieder etwas durchnässt nach Hause. Normalerweise hatte ich aufgrund der Erfahrung der wenigen Nachmittage, die ich bisher die Schnatterente nach der Schule zu Hause erlebt habe, dem AuPair gesagt, dass sie ihr gleich etwas zu Essen anbieten soll (oder sollte ich sagen: „Reinstopfen“?). Es kristallisierte sich nämlich raus, dass sie in der Schule Mittags nicht richtig isst und die Nachmittage wegen Hunger und Müdigkeit von schlechter Laune und Heulerei geprägt waren. Ein Teller Nudeln kann da schon sehr viel positives bewirken…

Weil wir allerdings vorher unterwegs waren, musste ein Schoko-Croissant herhalten. Und das war scheinbar nicht genug! Die halbe Stunde, die wir zu Hause waren, bis wir zu einem Playdate los wollten, war seeeehr anstrengend! Das passiert mir nicht noch mal, dass ich kein Mittagessen anbieten kann! Ich werde im Zweifelsfall wieder meinen im letzten Jahr erlernten Trick zum Nudelnkochen anwenden, für den man nur minimal Zeit braucht: Wasser zum Kochen bringen, Nudeln rein, einmal umrühren, Deckel drauf, Herd ausschalten und dann das Kind abholen. Bis man zurück ist, sind die Nudeln definitiv weich (auch wenn sie wahrscheinlich nichts für einen Feinschmecker sind, der seine Nudeln „al-dente“ mag :-))

Trotz des anfänglichen Theaters haben wir es noch aus dem Haus geschafft und hatten ein nettes Playdate bei einer Kindergartenfreundin, die eine Schwester im selben Alter wie die Kuschelmaus hat. Es gab zum Glück dort Abendbrot, so dass die Kids auch wirklich gut gegessen haben und wir papp-satt nach Hause gelaufen sind (erstaunlicherweise in einer Regenpause!). Essen eure Kinder woanders auch immer viel besser/mehr als zu Hause?!?

Zu Hause angekommen mussten die beiden dringend in die Badewanne. Ich habe in Hong Kong und in England viele Familien kennengelernt, wo die Kinder jeden Abend baden. Ok, wenn ich den Mädchen nicht die Haare waschen würde, wäre das Ganze auch nur halb so aufwendig. Aber meine beiden haben sehr empfindliche Haut, weshalb ich sie guten Gewissens nur 2x die Woche (manchmal auch nur 1x die Woche) Bade und je nach Bedarf vielleicht noch mal Dusche.

Ballettkinder

Weil danach noch die beiden neuen Tutus, die meine Mutter gerade zum Geburtstag geschickt hatte, ausgetestet werden mussten, und im Badezimmer geknickst, verbeugt und Pirouetten gedreht wurden, haben wir das abendliche Fernsehprogramm „In the Night Garden“ auf Cbeebees verpasst und konnten nur noch eine Folge Peppa Pig auf DVD sehen. Dank der ebenfalls gerade zugesendeten Frozen-Tattoos hatte ich immerhin ein schönes Druckmittel in der Hand, dass das Zähneputzen nun sehr schnell gehen muss. Natürlich zog das auch bei der Kleinen, die auch ein solches Tattoo wollte, auf das die Große so scharf war!

Witzigerweise fand sie es dann aber überhaupt nicht mehr toll, einen kleinen Schmetterling auf dem Arm zu haben, den man nicht wegrubbeln konnte! So waren die letzten Minuten des Tages wieder von Jammern und Zetern geprägt. Mit dem Wissen, ein glücklich tätowiertes und ein unglücklich tätowiertes Kind ins Bett gebracht zu haben, habe ich heute meinen etwas anstrengenden Mama-Alltag hinter mir gelassen und mich mit dem Laptop aufs Sofa gehauen.

Nach manchen „Freien Tagen“ freue ich mich wirklich sehr auf meine „ruhigen Arbeitstage“! 😉

Eure Uta x

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