Mutterschutz in England – WMDEDGT

Verkehr in London City

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ im Juni 2018 – Mutterschutz in England

Schon wieder ist ein Monat rum und Frau Brüllen fragt wie immer am 5. des Monats andere Blogger: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“. Für mich ist heute einerseits kein besonderer, andererseits aber doch ein besonderer Tag gewesen: Heute habe ich nämlich die 34. Schwangerschaftswoche hinter mich gebracht und befinde mich daher nun 6 Wochen vor Termin. In Deutschland hieße es also ab heute: Mutterschutz!

Kleine nächtliche Auseinandersetzung mit zwei jungen Füchsen

Ich habe gestern den Fehler gemacht, unsere kleine Biomülltonne nicht auf die große Mülltonne zu stellen, sondern sie mit einem gefüllten Biosack vor unserem Haus in der offenen Recycling-Wanne am Boden stehen zu lassen. Schwangerschaftsbedingt wird mein Schlaf mittlerweile immer wieder unterbrochen und so habe ich irgendwann bei offenem Fenster vernommen, dass sich jemand an unserem Müll vergeht: Zwei junge Füchse, die ich mit einem scharfen „Shoooooooo, Shoooooooooo!“ von oben am Fenster verscheuchen konnte.

Wenige Minuten später waren sie allerdings wieder da und trotz Biomülltonnen-Sicherung hatten sie den Biosack bereits aus der Tonne geholt und ein Loch rein gerissen: Erste Kartoffelschalen lagen bereits draußen :-/ Ich stand also wieder oben am Fenster und kein „Shooooo, Shooooo“ half bei geöffnetem Biomüllsack, die hungrigen Füchse zu vertreiben! Zum Runterwerfen hatte ich auch nichts griffbereit – ich wollte sie ja auch nur verscheuchen und nicht gleich mit einer Schere aufspießen (wieso liegen eigentlich immer noch keine fertigen Wasserbomben griffbereit auf unserem Fensterbrett?!?).

So starrten wir uns eine Weile regungslos an und keiner wollte den anderen aus den Augen lassen. Mir blieb am Ende nichts anderes übrig, als den Ordnungshüter zu wecken, damit er am Fenster die Füchse in Schach hält, damit ich runterrennen konnte, um den Biomüll zu retten. Es ist nämlich erfahrungsgemäß eine Riesenschweinerei, wenn sie den ganzen Sack in unserer Einfahrt zerpflücken!

Die Begeisterung beim Ordnungshüter über das nächtliche geweckt werden, der Dank seiner Oropax, die er seit der Geburt der Kuschelmaus zum Schlafen trägt, bisher nichts von meinen kleinen Kampf mitbekommen hat und voll aus dem Tiefschlaf gerissen wurde, hielt sich in Grenzen 😀

Aber letzten Endes haben wir gewonnen und mein kleiner Ausflug im Pyjama auf die Straße hatte Schlimmeres verhindert! 😉

Mutterschutz in England – nicht mit dem deutschen Mutterschutz vergleichbar

In Deutschland würde ich wie gesagt ab heute in den Mutterschutz gehen. In England ist das alles etwas anders: Man bekommt 6 Wochen lang 90% des wöchentlichen Bruttogehalts und kann diese 6 Wochen so um die Geburt herum legen, wie man möchte. Und anschließend bekommt man für maximal 33 weitere Wochen „Elternzeit“ entweder 90% des wöchentlichen Bruttos ODER 145,18 Pfund die Woche – und zwar DAS NIEDRIGERE von beiden! Das sind die Regeln für den Statutory Maternity Pay, also das, was staatlich garantiert ist. Insgesamt erhält man also maximal 39 Wochen Unterstützung, wenn man wegen einer Geburt nicht arbeitet, was einem Zeitraum von 9 Monaten entspricht.

Viele englische Firmen locken Frauen daher mit einem privaten Maternity Care Package, was die Frauen dann im Vergleich zum Statutory Maternity Pay besser stellt als die knapp 600 Pfund im Monat. Vor allem, wenn man vorher gut verdient hat, kann das echt einen großen Unterschied machen.

Geht’s nun für mich in den Mutterschutz?

Ich bin seit über einem Jahr selbstständig und arbeite projektbasiert als Freelancer. Zuletzt intensiv für toucanBox, denen ich bei einem sehr erfolgreichen Start in Deutschland helfen durfte. Und obwohl jetzt eine deutsche Marketing Managerin an Bord ist, gibt es für mich im Bereich SEO und Content/ Übersetzungen noch so viel zu tun, dass ich angeboten habe, noch den ganzen Juni ca. 2 Tage die Woche zu arbeiten.

Und so bin ich heute statt in den Mutterschutz zu gehen, ins Büro getrottet. Dadurch, dass ich meine Stunden seit letzter Woche halbiert habe, ist direkt auch mal doppelt so viel zu tun. Aber das hat auch was Gutes: Ich mag es, „busy“ zu sein und könnte es nicht ertragen, wenn die Zeit nicht vergeht, weil ich zu wenig zu tun hab.

Abendliches Nickerchen mit der Kuschelmaus

Die Mädels hatten nach einer Woche Ferien sowie dem gestrigen freien Studientag der Lehrer heute wieder ihren ersten Schultag. Das schien beide doch etwas angestrengt zu haben und sie machten einen ziemlich müden Eindruck, als ich nach 18 Uhr zu Hause ankam. Und so konnte ich mich (nach der letzten Nacht, die wegen der Füchse und weiterer Schlaflosigkeit nicht so dolle war) gleich zusammen mit der Kuschelmaus schon vor 19 Uhr für ein Nickerchen in ihr Bett kuscheln.

Die 7,5-Jährige Schnatterente ist mittlerweile – meistens jedenfalls – so vernünftig, dass ich es mir ab und zu mal erlauben kann, wenn die Kuschelmaus ins Bett verfrachtet ist, mich abends für ein Nickerchen aufs Sofa zu hauen und ihr zu sagen, dass sie dann bitte in 20 Minuten auch ins Bett geht. Besonders in den ersten 12 Schwangerschaftswochen ist das öfter mal vorgekommen und auch, wenn aus den 20 Minuten dann oft 40 geworden sind, hat das ganz gut geklappt, weil ich den Zeit-Puffer dann schon eingeplant hatte. Und siehe da, als ich gerade um 20 Uhr wieder wach geworden bin, lag die Schnatterente bereits laut schnarchend im Bett über uns 😀

Eure Uta x

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