Ohrenschmerzen und Osteopathie in London – WMDEDGT

Berlondon Baby

Heute schreibe ich mal wieder, wie unser Tag abgelaufen ist und beantworte damit Frau Brüllens monatliche Frage „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“.

Ohrenschmerzen die 10.

Der Tag heute fing – kaum zu glauben, dass das immer vorm 5. des Monats passiert! – mal wieder schon mitten in der Nacht an. Die Kuschelmaus ist mit Ohrenschmerzen aufgewacht und stand weinend an meinem Bett. Sie hatte gerade erst vor drei Wochen eine Ohrenentzündung, allerdings ohne Schmerzen aber dafür inklusive Antibiotika und nun Ohrenschmerzen und schon wieder leichtes Fieber! Ich hatte aber das Gefühl, dass beides nicht besonders stark war, so das wir erstmal versuchten, dass sie ohne Intervention wieder einschläft. Ein paar Mal ist sie noch weinend aufgewacht, bis sie sich irgendwann hat überzeugen lassen, doch endlich den Fiebersaft zu schlucken. Das hat geholfen und sie konnte endlich schlafen.

Heute morgen hab ich sie dann solange wie möglich schlafen lassen. Aber sie war der Nacht entsprechend müde und hatte immer noch leichte Temperatur, weshalb sie nicht in die Schule ging. Sie wollte auch kein Frühstück (das ist schon ein großes Alarmzeichen, denn sie ist unsere gute Esserin) und hing auch wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf dem Sofa. Es tat mir dann sehr leid, dass sie mit die Schnatterente zur Schule bringen musste. Ein echter Nachteil, wenn man kein Au Pair mehr hat…

Nachdem die Schnatterente in der Schule abgegeben war, haben wir drei zu Hause gebliebenen einen ganz entspannten Vormittag verlebt. Wir haben uns alle drei etwas übernächtigt aufs Sofa gekuschelt und mehr oder weniger noch mal geschlafen. Außerdem habe ich Brot gebacken, Wäsche gefaltet und verräumt und Mittagessen gekocht, während die Kuschelmaus etwas fernsehen durfte. Nach dem Schläfchen ging es ihr deutlich besser und zum Glück hat sie auch wieder Appetit gehabt.

Kinder-Osteopathie in Londons Süd-Westen

Anschließend sind wir zur Osteopathie-Sitzung des Grinsebärchens gefahren. Wir sind vor ein paar Monaten dort gelandet, weil er sich auf dem Rücken liegend immer zu einem „C“ gebogen hat: Die rechte Hüfte zog er nach oben, blickte immer nach links und neigte dabei aber auch den Hinterkopf Richtung der hochgezogenen Hüfte. Mir wurde eine Osteopathie Klinik für Kinder in Wandsworth (Osteopathic Centre for Children) nicht weit von uns weg empfohlen, die ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Das ist eine Charity Geschichte, wo man für die Behandlung zahlt, was man sich leisten kann. Die Osteopathen arbeiten kostenlos (meist einen Tag die Woche) und bilden sich dort in Kinderosteopathie weiter. Ein erfahrender Kinderosteopath ist immer vor Ort und schaut sich jeden Patienten kurz an und bespricht das Vorgehen mit dem zuständigen Osteopathen. Ich finde das wirklich eine tolle Einrichtung und habe sehr gerne je Sitzung den Betrag bezahlt, der einem empfohlen wird, um die anfallenden Kosten zu decken.

Die ursprüngliche C-Haltung ist schon länger nicht mehr erkennbar, aber zur Kontrolle sollten wir noch einmal kommen. Die total nette Osteopathin war erstaunt, wie groß der Grinsebär in den 10 Wochen seit der letzten Sitzung geworden ist und sah sofort, dass seine ganze Körperspannung absolut in Ordnung ist. Er sitzt ja schon eine Weile alleine und bewies in einer „Baby-Plank“, dass neben dem Rücken auch Arme und Beine kräftig sind. Wir wurden dann auch „discharged“ d.h. dass die osteopathische Behandlung beendet ist. Wir sollen uns wieder melden, falls wir das Gefühl haben, dass noch mal eine Asymmetrie oder etwas anderes Auffälliges auftaucht. Ich habe noch kurz wegen den wiederkehrenden Ohrengeschichten der Kuschelmaus gefragt und auch, wenn sie selbst uns da nicht helfen kann, meinte sie, dass Osteopathie grundsätzlich auch da helfen könnte. Wenn wir noch ein Mal eine eitrige Ohrenentzündung haben, werde ich das auf jeden Fall in Betracht ziehen. Mit der Frage der Osteopathin, ob meine Kinder überhaupt auch was vom Aussehen meines Mannes hätten, weil sie mir so ähnlich sehen würden, haben wir uns dann auf dem Heimfahrt beschäftigt und die Kuschelmaus war der Meinung, dass ich sowieso schöner aussehe, weil ich die schönere Bettdecke habe und der Papa (die Frostbeule) ja immer noch eine weitere Decke über seiner hat. Kinderlogik – aber Hauptsache das Ergebnis stimmt ;-D

Wieder zu Hause war es dann auch schon Zeit die Schnatterente von der Schule zu holen.

Nachmittag mit Freunden

Am Nachmittag kam die zukünftige Patentante vom Grinsebär und ihre Tochter zu Besuch. Sie waren die ersten, die wir hier in London kennen gelernt hatten, aber mittlerweile wohnen sie wieder in Berlin und so treffen wir uns immer entweder in London oder Berlin. Jedes Mal ist es jedenfalls eine große Wiedersehensfreude, denn meine beiden Mädels lieben ihre etwas ältere Tochter sehr.

Zum Glück ging es in der Kuschelmaus zusehends besser, und wir hatten einen sehr schönen Nachmittag. Abends haben wir noch zusammen gegessen und obwohl unsere Freunde zurück im Brotparadies Deutschland ja gutes Brot gewöhnt sind, hat sie das frisch gebackene Sauerteigbrot beeindruckt. So langsam hab ich es raus mit einem leckeren Mehl-Mix, der richtigen geh-Dauer, Temperatur und Kruste…

Durcheinandergebrachte Abendroutine

Die Kuschelmaus habe ich nach dem tschüss sagen ratzfatz ins Bett gesteckt und sie ist auch sehr schnell eingeschlafen. Mit dem Grinsebär habe ich noch der  Schnatterente weiter aus ihren Jeremy Strong Buch vorgelesen, was zu unserer abendlichen Routine geworden ist. Der Autor schreibt wirklich sehr lustige Bücher – die „My Brother`s famous bottom“-Reihe mögen wir insbesondere und auch wenn es die Bücher nur auf englisch gibt, sind sie meiner Meinung nach einfach genug geschrieben, dass sie von Kindern ab der 4./5. Klasse bestimmt verstanden werden.

Ich frage mich, ob mir die Bücher u.a. auch deshalb so gut gefallen, weil die Familie um die es geht, ähnlich verrückt ist wie meine Familie, was den Heimtierzoo angeht. Außerdem haben alle Charaktere auch sehr ulkige Namen: wie die Zwillinge der Familie (Spitzname Cheese und Tomato, die in einem Pizzaliefer-Van geboren wurden), Kuscheltiere und Tiere (die Ziege heißt „Rubbish“, Hühner haben so Namen wie Captain Birdseye (die hiesige Fischstäbchenmarke), Poo (was hier das pendant zu „Kacka“ ist), Beaky und Leaky und andere lustige Namen. In meiner Familie haben wir viele namenstechnische „Eigenkreationen“, aber insbesondere ein vierbeiniger Mitbewohner sticht etwas hervor: Meine Eltern haben vor Jahren eine Schildkröte geerbt. Da sie sich minutenlang und geräuschvoll an einer Rolle eines Katzenbaumes vergangen hat, die hinterher auch mit weißer Flüssigkeit besprenkelt war, hieß sie bei uns seit dem schlichtweg „Der Wichser“ 😉 Und der Wichser machte und macht seinem Namen auch heute immer wieder Ehre (mittlerweile hat er schon lange eine Schildkrötenfreundin, die seine sexuellen Übergriffe aushalten muss). Allerdings wird der Wichser, seit es Enkelkinder in der Familie gibt – zumindest vor ihnen – nun deutlich kinderfreundlicher mit „Vicki“ abgekürzt 😀

Nachdem also das Kapitel gelesen und die Schnatterente im Bett war und ich den Grinsebär einschlafgestillt hatte und gerade wie immer das Chaos in Küche und Wohnzimmer beseitigen wollte, fing die Kuschelmaus an zu heulen. Sie saß in ihrem Bett hat ziemlich wirres Zeug geredet und man merkte, dass sie gar nicht richtig wach war. Es hat auch lange gedauert bis ich sie wieder beruhigen konnte und sie sich wieder hinlegen ließ. Kaum war ich damit fertig, fing auch schon der Grinsebär an zu weinen, so dass ich ihn noch einmal stillen musste. Er war noch nicht wieder ganz eingeschlafen, als nebenan wieder die Sirene losging und so hatte ich zeitweise 2 heulende Kinder. Fast eine Stunde bin ich zwischen den zwei Betten hin und her gewechselt, bis ich genug hatte, unten das Chaos Chaos sein lies (kleiner Tipp: einfach das Licht ausmachen ;-)) und mich bettfertig gemacht hab. Den Ordnungshüter hab ich noch schnell vorgewarnt, dass er am besten mit geschlossenen Augen durchs Haus geht, wenn er nach Hause kommt, damit ihn nicht der Schlag trifft und so bin ich um 21:30 Uhr direkt ins Bett gegangen. Das Grinsebärchen hat dann natürlich nicht mehr geweint, weil ich ja bei ihm lag und zur Kuschelmaus musste ich zum Glück auch nur noch einmal.

Eure Uta x

 

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