Schwimmkurs in London

Für sicheres Plantschen muss der Schwimmkurs besucht werden

Die nun bald 6,5-Jährige Schnatterente geht seit sie 4 Jahre als ist zum Schwimmkurs in London und kann leider noch immer nicht schwimmen! Sie schafft es zwar, mit einer sehr ungewöhnlichen „Technik“ einige Meter mehr unter als über Wasser zu bleiben und auch eine Strecke von ein paar Metern zu überwinden, ohne akut Ertrinkungs-gefährdet zu sein. Allerdings kann man das nicht als beruhigendes „sie-wird-auch-beim-Sturz-in-einen-Teich-überleben“ bezeichnen. So bleibt uns nichts anderes übrig als weiter Kurse zu buchen – auch eine gute Taktik, seinen „Kundenstamm“ zu halten…

Die Schwimmkurse hier in London, die ich kennengelernt habe oder von denen ich erzählt bekommen habe, funktionieren anders als Schwimmkurse in Deutschland. Am Anfang geht es sehr, sehr lange um Wassergewöhnung und solche Dinge wir das Strampeln („Kicking“) der Beine. Gefühlt jahrelang schwimmen sie also mit der Poolnudel durch das Becken und üben das Kicking. Mal vorwärts, bei fortschreitendem Können dann in Kombination mit untergetauchtem Kopf und Blasen von „Bubbles“. Mal rückwärts mit zur Decke gerichtetem Blick.

Alternativ zum Schwimmen mit Poolnudel halten sie beim Rückwärtsschwimmen ein Schwimmbrett vor der Brust und sollten – im Idealfall – flach wie ein Brett auf dem Wasser liegen und sich durchs Kicking rückwärts bewegen. Nach 2-3 Bahnen dieser Übung kommen die Rückenschwimm-Arme dazu und sie halten sich abwechselnd nur mit einem Arm fest und führen den anderen in kreisender Bewegung nach hinten. Bei der Schnatterente ist diese Übung ein einziges Gezappel, oft macht sie dabei Quatsch, dreht sich von der Rückenlage schnell wieder in die Bauchlage und versucht es, wenn die Lehrerin das Gezappel mitbekommt, nach einem Anranzer der Lehrerin vielleicht noch mal auf dem Rücken. Das sieht beim Zugucken jedenfalls alles andere als nach konzentriertem Üben aus und die Schwimmlehrerin schafft es leider auch nicht ihr vom Beckenrand zu erklären, wie es richtig geht. Und so ist es kein Wunder, dass der Knoten noch nicht geplatzt ist und die Schnatterente nur langsam Fortschritte macht.

Rückenschwimmen als erste Schwimmtechnik

Diese rückwärtigen Übungen werden hier im londoner Schwimmkurs deshalb so ausgiebig gemacht, weil sie den Kindern als ersten Schwimmstil das Rückenschwimmen beibringen! Ich finde das total bekloppt, weil das nun wirklich nicht die Schwimmtechnik wäre die ich anwenden würde, wenn ich aus versehen irgendwo in einen kalten Teich fallen würde! Natürlicherweise würde man doch mit dem Blick aufs rettende Ufer gerichtet versuchen, dort so schnell wie möglich hinzukommen und sich nicht erst rückwärts drehen, den Kopf in möglicherweise eiskaltes Wasser legen um dann mit voll Wasser gesaugten und mega-schweren Ärmeln das Rückenschwimmen anzufangen! Ich glaube, wer auch immer das englische „Curriculum für Schwimmkurse“ entwickelt hat, hat sich ein solches Szenario bisher noch nicht ausgemalt 😉

Wie läuft ein Schwimmkurs in Deutschland ab?

Ich kann mich noch dunkel an meinen eigenen Schwimmkurs erinnern und daran, dass ich mich zu Hause auf den Rand einer Bierbank gelegt habe und das „Anziehen-Auseinander-Zusammen“ geübt habe. Und innerhalb von ein paar Wochen habe ich das Seepferdchen gemacht und auch nicht so viel später irgendwann den Freischwimmer. Und danach habe ich auch mit dem Schwimmen aufgehört. Ein Traum! Ich hätte nämlich wirklich gerne auch mal endlich den Schwimmkurs der Schnatterente abgeschlossen um dann nicht mehr jeden Samstagmorgen ins Schwimmbad zu müssen!

Von meinen Neffen weiß ich, dass Schwimmkurs in Berlin heute auf jeden Fall auch noch deutlich zielorientierter ist: Mein größerer Neffe hat schnell Brustschwimmen gelernt und weil es ihm Spaß gemacht hat, hat er noch eine ganze Weile weitergemacht und andere Schwimmstile gelernt und das Bronze- und dann sogar auch noch das Silber-Abzeichen mit gerade 6 Jahren gemacht! Da sind wir leider noch sehr weit von entfernt.

Nichtschwimmer-Tiefe auch im nächsten Sommerurlaub?

Wir hatten schon im letzten Sommer das Problem, dass die Schnatterente immer ins tiefere Wasser gehen wollte und da es ein See war, musste immer einer von uns mit ins Wasser um zu schauen, wo sie wirklich noch sicher stehen konnte und sie zurückpfeifen, wenn es zu tief wurde. Die natürlich völlig uneinsichtige Schnatterente hat sich darüber immer sehr beklagt und wollte viel weiter rein. Und ich hatte schon im letzten Sommer gedacht, dass das ja hoffentlich der letzte Sommerurlaub ist, wo wir solche Diskussionen haben, weil sie noch nicht sicher schwimmen kann. Nun haben wir Ende Februar und ich bin mir nicht sicher, dass das bis zu den Sommerferien etwas wird.

Ich habe mich jedenfalls schon mal etwas schlau gemacht und auch wenn das vermutlich für den diesjährigen Sommerurlaub zu spät kommen wird, weil der Urlaub am Anfang der Ferien liegt, werde ich sie wohl in Berlin zu einem Ferienschwimmkurs anmelden und hoffen, dass sie nach den 2 Wochen „Deutschen Schwimmkurs“ einen deutlichen Fortschritt gemacht hat und wir vielleicht dann endlich mal einen freien Samstag haben!

Ist das ein Witz? „Frosch-Bein-Bewegung“ auf dem Rücken?!

Heute war also wieder Schwimmkurs und ich musste mich doch sehr über die neueste Übung wundern: Auf dem Rücken liegend mit Schwimmbrett vor der Brust machen sie nun die Brustschwimm-Beinbewegung!! Das sieht nicht nur total merkwürdig aus bei jenen Kids, die die Schwimmbewegung halbwegs hinbekommen (zugegeben ziemlich ulkig), sondern es überfordert auch völlig die andere Hälfte der Gruppe und es war ein heilloses Durcheinander! Die Anleitung der Lehrerin, auf einem Bein am Beckenrand mit dem anderen Bein die Bewegung simulierend, waren auch nicht gerade hilfreich und nur die wenigsten Kinder konnten die Bewegung halbwegs umsetzen. Da die Schwimmlehrerin aber sehr beliebt ist und durchaus erfahren erscheint, gehe ich mal davon aus, dass sie weiß was sie macht. Auch wenn sich diese Übung mir im ersten Anlauf nicht so ganz erschließt!

Wie mir scheint, sind wir jetzt nun also bei den Vorübungen zum Brustschwimmen angekommen. Nach ca. 2,5 Jahren wöchentlichem Schwimmkurs! Ich wundere mich zwar sehr darüber, wieso die Froschbein-Bewegung rückwärts antrainiert werden. Aber ich werde einfach mal abwarten, wie es von dort weitergeht (und berichten!).

Eure Uta x

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