Stressige Zeit vor dem Jahreswechsel

Freelance Projekt von BerlondonMama

Hier war es eine ganze Weile ziemlich ruhig. Das liegt vor allem daran, dass wir – oder vor allem ich – vor dem Jahreswechsel eine ziemlich stressige Zeit hatte.

Die 8-Jährige Schnatterente ist durch eine sehr merkwürdige Phase gegangen, die unter anderem – wenn auch verzögert – durch die Geburt des Grinsebärchens ausgelöst wurde. Solange dieser nämlich einfach nur schlief und futterte, war es scheinbar ziemlich erträglich für sie. Kaum war er etwas älter und mehr wach (und vielleicht „niedlicher“), kam doch die Eifersucht hoch:

„Mama hat keine Zeit mehr für mich und es ist einfach alles kacke: Ich will morgens nicht aufstehen,geschweige denn mich alleine anziehen. In die Schule will ich auch nicht. Außerdem nerven meine Freundinnen und meine Nachmittagsaktivitäten will ich auch alle canceln.“

Wir haben diese Phase dann „angenommen“ und uns sehr viel Mühe mit ihr gegeben. Zusätzlich zu „mehr da sein“ mussten wir ihr auch recht unerwartet helfen, einige Lücken – vor allem in Englisch – in der Schule zu schließen, welche uns bis dato unbekannt waren. Die Schultaschen der Kinder sind nämlich leer und man bekommt gar nicht richtig mit, was sie in der Schule machen oder wo es vielleicht Übungsbedarf gibt. Insgesamt hat die Schnatterente seit Oktober ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit gebraucht und zwar vor allem von mir. Dem armen Au Pair gegenüber war sie sehr bockig, abweisend oder angriffslustig, was einer der Hauptgründe war, weshalb diese sich eine neue Familie suchte.

Ein interessantes 2-Wochen Projekt für einen neuen Kunden?

Mitte November kam eine Anfrage, ob ich einem Unternehmen helfen kann, 10 neue Seiten für ihre Webseite zu erstellen. Hardgecoded, sprich, über das Erstellen des HTML Codes. Das habe ich für einen anderen Kunden schon einmal gemacht und weil es auch schon Beispielseiten gab und die neuen Seiten mit ein paar Anpassungen ähnlich aufgebaut werden sollten, habe ich zugesagt. Auch, weil sich die Situation mit der Schnatterente Dank mehr Aufmerksamkeit und dadurch, dass ich einige der Aufgaben des Au Pairs übernommen hatte, obwohl es da noch da war, etwas entspannt hatte.

Das 2-Wochen-Projekt war am Ende in vielerlei Hinsicht SEHR LEHRREICH: Die besprochenen Voraussetzungen waren zu Projektbeginn nicht eingehalten worden und ein ganz wesentlicher Teil, den ich zur Erstellung gebraucht hätte, blieb mir vorenthalten. Schon nach wenigen Tagen war klar, dass das eine doppelt und dreifach so aufwändige Geschichte wird, wie ich erst vermutet hatte. Aber nun hing ich drin und weil das Projekt über einen guten Bekannten vermittelt war, wollte ich diesen auch nicht hängen lassen, sondern es durchziehen.

Ich glaube, ich habe selten so viel gearbeitet! Der Grinsebär war mehrfach die Woche vormittags für 2 Stunden in der Kinderbetreuung des Fitnessstudios und ich habe dann von dort gearbeitet. Zusätzlich war er auch sehr viel bei meiner Freundin, die ihn mir gerne auch gleich mal für 3-4 Stunden am Stück (bewaffnet mit gefrorener Muttermilch) abgenommen hatte. Die Nachmittage habe ich mir halbwegs für die Mädchen freigehalten.

Ein kleiner Wachstumsschub mit nächtlichem Trinken im Stundenrhythmus sorgte schon in der ersten Woche für einen Schlafmangel, den ich nicht mehr aufholen konnte. Die davonlaufende Zeit trieb mich ständig und bis spät nachts an den Schreibtisch und auch an den Wochenenden habe ich gearbeitet, sobald der Ordnungshüter die Kinder übernehmen konnte.

Insgesamt hat mich das Projekt geschlagene 5 Wochen beschäftigt und ärgerlicherweise konnte ich die vielen Arbeitsstunden nicht mal alle abrechnen. Durch meine Stilldemenz-Schlafmangel-Gehirnweichheit habe ich nicht immer sehr effizient gearbeitet und zB an einigen Problemen mehrfach geknabbert. Wäre ich geistig auf der Höhe gewesen, wäre ich sicher um einiges schneller gewesen.

Lessons learnt: Ein solches Projekt mit Stillkind und dadurch durchwachten Nächten werde ich nicht noch mal annehmen!

Die Schnatterente hat natürlich auch wieder angefangen, zu rebellieren, weil ich weniger Zeit hatte, auch wenn ich versucht habe, sie, wenn sie nachmittags zu Hause war, nur selten zum Au Pair „abzuschieben“. Aber ich war natürlich insgesamt sehr gestresst und wir konnten auch die Vorweihnachtszeit nicht wirklich genießen…

Kaum lässt der Stress nach, meldet sich das Immunsystem…

Die Schnatterente hatte über die ganzen Weihnachtsfeiertage und eigentlich auch schon eine Weile davor, über Bauchweh geklagt und wenig Appetit gehabt. Irgendwie war das nichts halbes und nichts ganzes und so habe ich eher auf was Psychosomatisches getippt und versucht herauszufinden, wo der Schuh drückt und wie ich ihr helfen kann.

In der letzten Nacht vor unserem Skiurlaub, stand sie dann aber doch nachts bei mir und meinte, ihr wäre schlecht und sie musste sich dann auch übergeben. Also war es die ganzen Tage doch nicht nur „Spinnerei“ gewesen…

Danach war bei ihr aber wieder alles gut und wir konnten wie geplant in den Skiurlaub fahren.

Am ersten Tag sind wir Schlittschuhlaufen gegangen. Weil das Grinsebärchen irgendwann aufwachte und ihm warm-eingemummelt im Auto neben der kleinen Eisbahn langweilig wurde, haben wir ihn im Maxi Cosi mit aufs Eis genommen und die Mädels haben ihn übers Eis geschoben. Den Mädels hat es viel Spaß gemacht und sie hatten gleich auch noch etwas zum festhalten (kennt ihr diese Pinguine zum übers Eis schieben? Wir hatten nun einen eigenen dabei ;-)). Ob es dem Grinsebärchen gefiel, konnte man nicht erkennen, aber zumindest hat er sich nicht beklagt 😀

Eislaufen mit Kindersitz als Hilfe

Beim Kaffeetrinken hinterher hat er allerdings 2x im hohen Bogen (erst noch halb schlafend im Sitz und beim 2. Mal auf mich) gespuckt, so dass ich dachte, dass dem armen Baby von dem Geruckel und den Kurven auf dem Eis doch kotzübel geworden ist! Es hörte allerdings auch zu Hause nicht auf und da ahnte ich schon, dass es der Virus der Schwester ist :-/

Beim Grinsebär war das Spucken zum Glück irgendwann am Abend vorbei, nur lag ich ab morgens und gleich für 2 Tage wirklich platt. An Essen war nicht zu denken und es gab nur eine Richtung: Und zwar raus! Das galt auch für die Muttermilch, denn der Grinsebär aß bis dato nur mittags so ein halbes Glas Gemüsebrei und wurde ansonsten noch voll gestillt. Und natürlich braucht er sogar – dank der ganzen Spuckerei am Vortag – gleich noch mal mehr Milch als sonst. Am 2. Tag fing auch noch der Skikurs der Mädels an, und so hing der Kleine fast den ganzen Tag mit mir im Bett ab und wir versuchten irgendwie über die Runden zu kommen, bis die 3 Skifahrer nach Hause kamen. Das war alles andere als ideal und weil ich auch am 3. Tag kaum was essen konnte, war ich irgendwann echt schlapp, was ich auch gar nicht wieder schnell aufholen konnte. Es hat mich aber irgendwie doch fasziniert, wie die Natur das eingerichtet hat: Dass der Körper einer stillenden Mama dann eben an die Reserven geht, um das Baby weiter zu versorgen, auch wenn keine Kalorien „reinkommen“ (ok, ich hatte zum „Glück“ auch einiges an Reserven angelegt – wie ich die nach dem Abstillen wieder weg bekomme, habe ich ja zum Glück schon einmal erprobt und kann die Herangehensweise einfach noch mal nachlesen).

Leider habe ich echt einige Tage gebraucht, den Infekt so richtig loszuwerden und auch wieder vernünftig essen zu können, ohne dass mir wieder schlecht wurde. Schade, dass das gerade im Urlaub passiert, aber eben auch nicht ungewöhnlich, wenn das Stresslevel absinkt! So bin ich im ganzen Urlaub gerade mal 2 Abfahrten gesnowboarded, weil ich einfach nicht viel mehr Kraft hatte. Aber die beiden Abfahrten haben sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich umso mehr aufs nächste Jahr!

Uta BerlondonMama beim Snowboarden

Wir sind am Ende des Urlaubs kurzfristig einen Tag vorher abgereist: Das Wetter war wegen Sturm und Schneefall nicht gut zum Skifahren und zudem waren schwere Schneefälle angesagt. So wollten wir dem drohenden Chaos durch den angekündigten Wintereinbruch halbwegs entkommen. Wie man auf dem Foto sieht, hat es aber auch schon bei unserer Fahrt Richtung München extrem geschneit und wir waren sehr froh, als wir die Alpen hinter uns gelassen hatten.

Wintereinbruch 2019

Seit wir wieder in London sind, lasse ich es nun sehr gemächlich angehen. Ich hab nur mal ein paar Stunden was für einen alten Kunden gearbeitet und genieße ansonsten an den Vormittagen, mich mit dem kleinen Grinsebärchen zu beschäftigen, der mit einem halben Jahr nun in eine sehr mobile und spannende Phase kommt. Da wir nun auch kein Au Pair mehr haben, brauche ich auch nicht wirklich mehr Beschäftigung. Die Organisation der 3 Kinder, etwas Sport, nach wie vor viel Stillen und die Aufrechterhaltung des Haushalts füllen meinen Alltag genug aus und ich freue mich, wenn ich es ab und zu mal schaffe, mit dem Kleinen zusammengekuschelt ein Mittagsschläfchen zu halten 🙂

Eure Uta x

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