Das erste Schuljahr in London

Das erste Schuljahr in London - Kinder in Schuluniform

Wir haben Sommerferien und es ist Zeit, dass erste Schuljahr in London einmal Revue passieren zu lassen. Das „erste Schuljahr“ war eigentlich schon das zweite der Schnatterente. Sie geht seit September 2015 in London in die Schule. Das erste Jahr nennt sich „Reception Class“, ist vielleicht zu verstehen wie die ehemalige deutsche Vorschule, allerdings andererseits auch deutlich anspruchsvoller.

In diese doch recht anspruchsvolle Reception Class kommt jetzt übrigens im September die gerade 4 Jahre alt gewordene Kuschelmaus! Sie hat bereits im Schul-Kindergarten die Buchstaben und Zahlen lesen gelernt und schreiben kann sie auch schon einige (und alles, was sie in der Beziehung noch nicht kann, sollen wir eigentlich in den Ferien zu Hause üben). In der Reception Class geht es dann richtig mit Schreiben und Lesen lernen los. Ich wiederhole noch einmal: Sie ist gerade vier Jahre alt geworden… (*kopfschüttel*)

Wie es vor dem ersten Schuljahr war

Die Schnatterente hat ihr Reception Class Jahr in einer anderen Schule verbracht. Wir hatten leider keinen Platz in der Schule bekommen, wo sie in der Schoolnursery war und welche unsere erste Wahl war. Der Andrang war zu hoch und sie zunächst auf Wartelistenplatz 1. Hier ist die Konkurrenz um Plätze für beliebte Schulen sehr hoch.

Verschiedene Faktoren spielen bei der Platzvergabe eine Rolle:  Geschwister in der Schule haben, Kirchengemeinde-Mitglied sein (für kirchliche Schulen), „currently or previously looked after children“ (Kinder, die adoptiert oder bei Pflegeeltern sind) und die Nähe zur Schule. Das Einzugsgebiet schwankt je nach Jahr erheblich. Einzugsgebiete unter 100 m Luftlinie sind keine Seltenheit bei beliebten Schulen. Weil wir während der Wartezeit umgezogen sind, sind wir trotz Luftlinie von höchstens 100 m Unterschied direkt mal auf Wartelistenplatz 25 abgerutscht.

Hüh-und-Hott Schulwechsel standen an

Die andere Schule, wo die Schnatterente einen Reception Class Platz bekommen hat und wohin sie dann auch gewechselt hatte, war auch gut, nur sind wir beide irgendwie nie so recht angekommen. Weil ich dann gearbeitet hatte und nicht mehr oft an der Schule war, fiel es mir etwas schwer, andere Eltern kennen zu lernen. Wir hatten am Ende schon ein paar nette Familien kennengelernt, aber es war irgendwie nicht dasselbe, wie in der ersten Schule. Einfach weil das „Community Feeling“ der ersten Schule auch netter war.

Zum Glück hatte die alte Schule zwei Wochen nach Beginn der 1. Klasse – also ein Jahr später als gehofft – überraschenderweise einen freien Platz für die Schnatterente und da auch für die Kuschelmaus ein Platz in der Schoolnursery frei war, haben wir noch einmal die Schule gewechselt. War ja nur ein „zurück-wechseln“ für die Schnatterente und der ungeplante Schulwechsel machte für die Kuschelmaus keinen Unterschied, weil sie ja so oder so in eine neue Schule bzw. Kindergartengruppe kam.

Fragte man die Große zum anstehenden Zurückwechseln, wollte sie in der aktuellen Schule bleiben. Am „Kennenlernbesuch“ in der „neuen-alten Schule“ stürzten sich allerdings ihre alten Freunde sowas von euphorisch auf sie, das selbst ich total geplättet war! Sie war damals zugegebenermaßen schon sehr beliebt in der School-Nursery. Aber dass ein Jahr später auch die Mädels, mit denen wir etwas den Kontakt verloren hatten, so ein enges Knuddel-Knäul um sie herum bildeten und die Lehrerin auch nur etwas ungläubig daneben stand, war sehr rührend und bestärkte mich, den Wechsel durchzuziehen.

Aber natürlich konnten wir auch verstehen, dass es etwas komisch für die Schnatterente war, dass ihre alten Freunde und die zusätzlich in die Klasse gekommenen Kinder nun eine Klassengemeinschaft waren, wo sie sich erst einmal nicht direkt zugehörig gefühlt hatte. Das änderte sich aber schon am Ende des ersten Schultages und nach nur einer Woche bestätigten mir alle Eltern, dass es so sei, als wäre sie nie weggewesen. Und sie war sehr happy, mit ihren alten, richtig dicken Freundinnen, wieder in einer Klasse zu sein.

Was ein bisschen schwieriger war, war die Tatsache, dass sie in der Reception Class scheinbar dort ein höheres Tempo vorgelegt hatten und wir doch einiges aufholen mussten. Und dass sie etwas zurück hing, merkte auch die Schnatterente selbst und fand diesen Aspekt ziemlich doof. Ein paar Mal sagte sie aus diesem Grund auch, dass sie wieder in die andere Schule will.

Wobei man auch klar sagen muss, dass der Sprung von der Reception Class zu Year 1 in jeder Schule ein großer ist und auch die Kinder, die dort in der Reception Class waren, diesen Niveau-Anstieg deutlich gespürt haben.

Der verrückt frühe Beginn des Lernens

In England fangen sie schon sehr früh mit dem Lernen an. Wie gesagt, die Kuschelmaus ist als Sommerkind gerade mal vier geworden und muss nun anfangen, Lesen und Schreiben zu lernen und einfachere Rechenaufgaben zu lösen.

Die Schnatterente war damals (als Herbstkind (!) – wenn ich darüber nachdenke, wird mir Angst und Bange wegen dem, was nun mit der Kleinen als junges Sommerkind auf uns zukommen mag!) einfach nicht reif genug und tat sich wirklich sehr schwer mit allem. Möglicherweise spielte auch noch mit herein, dass Englisch die zweite Sprache der Schnatterente ist und vielleicht dadurch alles auch noch ein Stück anstrengender war, als für ein mono-linguales Kind.

Und ich war innerlich zerrissen zwischen „Wir leben jetzt hier in London und müssen, wie alle anderen, da durch“ und „In Deutschland würde sie die nächsten zwei Jahre einfach nur im Kindergarten spielen dürfen“. Da es dem Kind allerdings ja auch nicht gut tut, in allem immer die Schwächste zu sein, haben wir uns natürlich bemüht, sie zu Hause möglichst spielerisch zum Üben zu ermuntern. Das klappte natürlich nicht immer wie wir uns das gewünscht hätten und so gab es auch einige Tränen (inklusive Verzweiflung bei mir…).

Das erste Schuljahr in London fing holperig an

Durch den Wechsel zur alten Schule waren die ersten Monate durchzogen von immer mal wieder etwas übler Laune der Schnatterente, die sich zum Ende der Reception Class in die mittleren Lerngruppen der Klasse „gekämpft hatte“, (was völlig ausreichend ist) und dann in der „neuen-alten Schule“ in Phonics, Reading, Writing und Math wieder in den Gruppen der schwächsten Kindern war. Außerdem war es extrem viel, was wir zu Hause machen mussten:

Drei Bücher mussten wir pro Woche zu Hause lesen, die schon zu Beginn über 20 Seiten und sicher mindestens 300 Worte lang waren (Mittlerweile sind die Bücher so lang, dass trotz deutlich flüssigerem Lesen nur selten ein Buch in einem Rutsch zu Ende gelesen wird). Über eine Mathe App stellte die Lehrerin wöchentlich zwei Tasks online, die jeweils 10 Aufgaben beinhalten. Eine Liste mit 100 High Frequency Words wurde ausgegeben und man sollte die Liste zu Hause üben. Jeden Freitag wurden diese Wörter in einem Spelling Test überprüft.

Nach Weihnachten kam dann noch eine schriftliche Englisch-Hausaufgabe dazu, wo man gerne mal 1-2 DIN 4A Seiten schreiben musste. Dabei ist uns dann erstmal bewusst aufgefallen, wie uneinheitlich und teilweise falsch die Schnatterente die Buchstaben schreibt und so stand dann auch noch Schreiben-Üben zwecks Handschrift-Verbesserung auf unserem Wochenplan. Und das ganze Programm zu Hause musste neben der Schule, die von 8:45 – 15:20 Uhr geht, stattfinden. Und die Stunden in der Schule sind natürlich auch kein Zuckerschlecken und insbesondere gegen Ende der Woche kommen die Kids ganz schön ko dort raus!

Ich hätte nie erwartet, schon im ersten Schuljahr mit einem Kind so viel zu Hause machen zu müssen! Auch weil ich mich nicht daran erinnere, dass meine Mutter viel mit mir machen musste. Irgendwie habe ich meine Hausaufgaben immer alleine gemacht und erst später hat meine Mutter mit mir Diktate geübt oder noch später, Vokabeln abgefragt…

Wie wird dann wohl Year 2?!?

Am Ende von Year 1 können wir zusammenfassen, dass die Schnatterente es geschafft hat, den während des Reception Jahres verpassten Stoff aufzuholen und alle Erwartungen von Year 1 zu erfüllen. Es gab eine Art Zeugnis, und dort sieht man eben genau das: Erwartungen übertroffen, erfüllt, oder nicht ganz erreicht. Ich bin persönlich ja ganz froh, dass wir sie am Ende alle erfüllt haben und damit sowas wie ein Mittelmaß erreicht haben!

Und ich bin schon sehr gespannt auf das kommende Schuljahr: Die zweite Klasse für die Schnatterente und die Reception Class für die Kuschelmaus. Ich hoffe nur, dass unser neues Au Pair Spaß daran hat, unter der Woche auch ein wenig Hausaufgaben mit den Kids zu machen. Nur am Wochenende alle Hausaufgaben durchzuziehen, ist nämlich echt richtig ätzend für alle Beteiligten!

Eure Uta x

 

Den Kindern nicht gerecht werden

  1. Kindern nicht gerecht werdenSarah von Mamaskind ruft in ihrer Blogparade dazu auf, sich einmal mit dem Thema , wie und ob man den Kindern gerecht wird, auseinander zu setzen.

Das ist bei uns ein sehr aktuelles Thema, denn ich bin gerade nicht sehr gut darin, weil ich die Prioritäten gerade anders setze. Wir haben zwei Töchter, derzeit fast 4 und 6,5 Jahre alt und leben in London. Der Ordnungshüter ist “schwer” berufstätig, unter der Woche praktisch nicht präsent und schläft am Wochenende gerne mal bis zum letzten Drücker. Ansonsten ist das Wochenende die Zeit, die wir als Familie haben. Fast zwei Jahre lang habe ich vier Tage die Woche gearbeitet, was durch einen Arbeitsweg von 60 Minuten one-way relativ lange Arbeitstage bedeutete. Das war aber für uns alle soweit gut, vor allem, als wir ein super Au Pair hatten.

Unser stabiles System ist ein wenig mit der Au Pair Suche für das Schuljahr 2016/2017 ins Wackeln geraten. Das eigentliche Au Pair, das wir bereits im Mai 2016 gefunden und auch zum Kennenlernen nach London eingeladen hatten, ist drei Tage nach Arbeitsantritt wegen Überforderung abgereist! Das kurzfristig aufgetriebene Ersatz-Au Pair kam nie hier an und die nächsten Wochen hielten wir uns mit unserem alten Au Pair und der Cousine einer Freundin über Wasser, die netterweise zu Hause alles stehen und liegen ließen, um uns auszuhelfen.

Wo so schnell ein neues Au Pair herbekommen?

Die verzweifelte Suche nach einem neuen Au Pair ließ mich sämtliche “Vorsichtsmaßnahmen” bei der Au Pair Suche über Bord werfen. Und auch wenn mich die Kommunikationsprobleme mit der neuen Kandidatin schon von Beginn verwundert haben, habe ich dieses neue Au Pair eingestellt.

Leider hatte es mit dem Au Pair, das persönliche Probleme hatte, worüber wir auch offen sprechen konnten, nicht gut geklappt: Die Kids, die normalerweise nach 3 Minuten bei jungen Mädels auf dem Schoss sitzen und super aufgeregt nicht mehr aufhören zu schnattern, haben auch nach Wochen keine vertraute Bindung zu dem Au Pair aufgebaut (vermutlich weil diese einfach kopfmäßig zu sehr mit sich beschäftigt war). Und ich hatte ein schlechtes Gewissen, dass meine Kids keine enge Beziehung zu dem Au Pair hatten. Sie hatte sich durchaus Mühe gegeben, nur waren die Probleme, die sie mit sich trug, einfach zu groß als dass es hätte klappen können. Das war sehr schade, denn wenn die Probleme nicht gewesen wären, wäre die gegenseitige Sympathie sicher auch größer gewesen.

Eine stabile Betreuungssituation für die Kinder muss her

Wir haben uns daher einvernehmlich vor Weihnachten von dem Au Pair getrennt und dieses wollte nach Hause zurück ziehen, um eine Therapie zu beginnen.

Bei meinem Arbeitgeber hatte ich schon vor Weihnachten angekündigt, dass ich nach vielem Kinderbetreuungs-Hin-und-Her im neuen Jahr auf drei Tage reduzieren muss, weil wir keine neues Au Pair mehr suchen werden. Nach dem ganzen Au Pair Chaos seit September hatte ich keine Lust und Nerven mehr, noch einmal nach einem neuen Au Pair zu suchen und wollte auch den Kindern eine stabile Kinderbetreuung bieten und nicht Gefahr laufen, wieder das falsche Au Pair einzustellen, um dann erneut auf die Au Pair Suche zu gehen.

Wir haben dann zum Glück schnell eine sehr nette Mama aus der Parallelklasse der Schnatterente gefunden, die die Kinder an zwei Tagen nach dem Kindergarten bzw. nach der Schule abgeholt und die Nachmittagsaktivitäten mit ihnen gemacht hat.

Am dritten Arbeitstag kümmerte sich eine deutsche Freundin um die Kuschelmaus und ich konnte ungestört von zu Hause arbeiten bis Schulschluss der Großen war. Das lief soweit alles sehr gut und wir haben uns alle wohl gefühlt mit dem Arrangement.

Die Schnatterente hing schulisch etwas hinterher

Ein weiterer Grund weshalb ich gerne einen Tag weniger arbeiten wollte war, dass die Schnatterente nach dem Schulwechsel im September auf der neuen Schule etwas hinterher hing. In allen Fächern war sie in der Gruppe der schwächsten Schüler und hatte auch keine Motivation, sich zu verbessern. Das Lesen war noch nicht da, wo es sollte und die Handschrift die reinste Katastrophe. Letzteres meiner Meinung aber auch deshalb, weil sie mit den Kindern in England keinerlei Schreib-Vorübungen machen. Sie geben den Kindern Schreibpapier mit einer einzigen Linie und sagen, jetzt kopiert hier mal das was ihr seht. Ein paar Reime haben sie, wie zum Beispiel für den Buchstaben “h” “Down the head, to his hooves and over his back” wobei das “h” dann wie ein Pferd abgebildet ist. Aber da die Eigenmotivation der Schnatterente sich bei so etwas noch sehr in Grenzen kält, gibt sie sich nicht sonderlich viel Mühe, dass jeder Buchstabe gleich groß ist un auf die Linie und nicht im Himmel oder im Keller steht. Ich halte mein Kind absolut nicht für eine Überfliegerin, aber ich denke schon, dass sie das Zeug dazu hat, Durchschnittlich zu sein und deshalb haben wir auch zusammen zu Hause geübt.

Insgesamt sind die Ansprüche der Schule hier in England sehr hoch und sehr früh (in Deutschland wäre sie als Herbstkind ja erst jetzt im September eingeschult worden): Ich hätte nie gedacht, dass ich in der ersten Klasse – abgesehen davon, dass wir sie auf ein Mittelmaß bringen wollten – bereits so viel mit der Schnatterente zu Hause machen muss. Neben den 3 Lesebüchern pro Woche gibt es eine Mathe-App, wo 2×10 Aufgaben gelöst werden müssen (wobei das sogar recht viel Spaß macht), dann haben sie High Frequency Words, die einmal die Woche im Spelling Test überprüft werden. Zusätzlich gibt es seit Weihnachten eine wöchentliche schriftliche Englischhausaufgabe.

Zwangsweise bekommt also die Große für die Hausaufgaben viel 1:1-Zeit, wo sich die Kleine dann oft abgestellt fühlt und recht leicht bockt. Das wird dann schon schnell anstrengend, denn so komme ich mit der Großen ja auch nicht voran. Zum Glück hat die Kleine selbst irgendwann angefangen, unsere Aufmerksamkeit dadurch auf sich zu lenken, dass sie selbst Buchstaben üben oder irgendetwas anderes “schreiben” musste. So sitzen wir jetzt oft zu dritt da und machen ”Homeworks”.

Soweit sind wir schulisch wieder auf Kurs – und beruflich?

Mit meiner Stundenreduzierung blieb mit noch weniger Zeit, in meinem Job spannende Dinge zu machen, weil die Abmachung, Stunden reduzieren zu dürfen, irgendwie automatisch mit dem Versprechen einherging, dass ich trotzdem noch das bisherige abliefere.

Das war dann irgendwann sehr unbefriedigend und auch langweilig, weil ich keine Zeit für spannendere Dinge hatte.

So habe ich irgendwann angefangen, mich nach neuen Jobs umzuschauen. Nach den Erfahrungen der letzten Au Pair Monate reifte außerdem der Wunsch in mir, dieses selbst-erlebte und auch von anderen berichteten Au Pair Chaos irgendwie zu verbessern. Ich dachte daher darüber nach, eine Webseite zu machen, auf der für beide Seiten – Au Pair und Gastfamilie – wichtige Informationen zusammengetragen werden mit dem Ziel, dass die gegenseitigen Erwartungen nicht so stark aneinander vorbeigehen können, wie das gerne mal der Fall ist. Das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund, warum einige Au Pair Arrangements nicht klappen.

An der Bewerbungsfront hatte ich recht bald mit einem sehr interessanten Start-up Kontakt gehabt und – obwohl sich der Bewerbungsprozess ewig hinzog – irgendwann meinen alten Job gekündigt. Wenns nicht die Firma werden würde, würde sich etwas anderes spannendes finden und in der Zwischenzeit wollte ich an meiner Au Pair Idee arbeiten. Was auch immer am Ende bei der Au Pair Webseite rauskommt, werde ich wieder einiges gelernt haben. Unter anderem auch erstmals wirklich auf Englisch zu schreiben. Das finde ich zum Beispiel gerade noch sehr mühsam.

Sechs Wochen “arbeitslos” und doch busy wie selten

Nach der Kündigung habe ich gleich mit meiner Au Pair Idee losgelegt und war in der Zeit zwar viel zu Hause (obwohl ich oft aus der lokalen Bibliothek oder einem Café mit WLAN gearbeitet habe). Aber da eigentlich dauerhaft der Laptop auf meinem Schoss stand, war ich eigentlich auch nicht wirklich für die Kids da. Dass ich trotz anwesenden Kindern recht konzentriert arbeiten kann, geht aber auch nur deshalb, weil sich meine Kinder super selbst beschäftigen können. Ok, zugegebenermaßen “erkaufe” ich mir zwar die Freiheit, zu arbeiten während sie spielen. Allerdings enden diese unbeaufsichtigten Spiele oft in einem ziemlichen Chaos, so dass ich hinterher die Hälfte meiner genutzten Arbeitszeit vermutlich noch einmal mit Aufräumen beschäftigt bin 😉

In den Wochen, in denen ich ohne Job war, war ich wirklich extrem busy, weil ich die Webseite ja erst mal zum Laufen bringen musste. Also WordPress aufsetzen, Theme aussuchen und vor allem erstmal damit klarkommen. Und nebenbei schon mal anfangen, Content zu schreiben. Das hat mich echt sehr viel Zeit gekostet, die mir mit den Kindern gefehlt hat. Aber wenn man an seiner eigenen Idee arbeitet, ist es egal ob es 5:00 Uhr morgens ist oder 23:00 Uhr nachts: Es macht einfach Spaß und die Motivation, voran zu kommen, ist sehr groß.

Die Kids haben schon immer mal gestöhnt, und gefragt, wann ich endlich fertig bin. Aber ich sehe das eben so, dass ich auch persönliche Wünsche und Ziele haben darf und ich nicht mein ganzes Leben immer und ausschließlich zu 100% auf die Kinder ausrichten kann!

Im Moment kommen die Kids wirklich etwas zu kurz, auch weil ich jetzt ein Freelance Projekt angefangen habe und wieder vier Tage arbeite. Nebenbei versuche ich auch die Hostmum Seite weiter voranzubringen, für die ich derzeit große Unterstützung durch eine Praktikantin habe. Sonst würde da nicht sehr viel neues gepublisht werden. Und dann ist da ja auch noch der BerlOndonMama Blog, der gerade ganz hinten ansteht. Leider!

Ich kann definitiv sagen, dass ich derzeit schon eher eine Ego-Tour fahre, viel arbeite und zum Beispiel auch nicht auf meinen Sport 2-3 Mal die Woche verzichten möchte. Dadurch haben wir insgesamt weniger gemeinsame Familienzeit. Aber mal ganz ehrlich: Werden sich die Kinder später daran erinnern, dass Mama mal 3-4 Monate lang wenig Zeit für sie hatte? Vor allem solange der Papa das ausnahmsweise mal etwas abfedert? Ich kenne die Antwort nicht, aber ich bin bereit, das zu riskieren.

Es ist keine dauerhafte Arbeitssituation und nachdem ich solange komplett für die Kinder da war und immer zurück gesteckt habe, will ich nun auch mal wieder an mich denken. Und wenn die Mama happy ist, haben am Ende ja auch automatisch alle was davon…

Eure Uta x

WMDEDGT – Normaler letzter Wochentag

Auf dem Fahrradergometer im Gym

Frau Brüllen fragt heute wieder ihre Blogger Kollegen: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ und ich möchte gerne von einem gewöhnlichen letzten Wochentag berichten:

Normalerweise sind wir (oder die Kinder) freitags generell etwas müde und sehnen das Wochenende herbei. Ausnahmsweise haben wir es heute Morgen aber einmal ohne Tränen aus dem Haus geschafft, obwohl es seit gefühlten Wochen täglich morgens Tränen wegen Nichtigkeiten gibt. Und das trotz des letzten Wochentags! Das war schon mal ein guter Start in den Tag. Weiterlesen »

Sich auf die Familie verlassen

Sich auf die Familie verlassen

Bei uns ging es in letzter Zeit wirklich drunter und drüber – aber glücklicherweise steht wie selbstverständlich fest: Trotz der Entfernung zwischen Berlin und London kann ich mich immer auf die Familie verlassen! Wegen dem ganzen Trubel in letzter Zeit, zum Beispiel mit der Kündigung des im Frühsommer gefundenen AuPairs drei Tage nachdem sie bei uns angefangen hatte, oder der weiteren AuPair-Suche, die ich auch schon längst verbloggen wollte, komme ich gefühlt zu nichts. Den Alltag mit Arbeit, Kindern und deren Social Life – zumindest unter der Woche – bekomme ich überwiegend noch hin. Am Wochenende wird es dann schon schwierig: Weiterlesen »

Packed-Lunch statt Schulmittagessen?

Tomate-Mozzarella-Brot

In einer Woche fängt bei der fast 6-Jährigen Schnatterente die Schule wieder an: Sie kommt in Year 1, was – da sie in England ja schon in der Vorschule (Reception Class) richtig mit Lesen, Schreiben und Rechnen angefangen hat – wohl eher der deutschen 2. Klasse entspricht. Kaum reden wir über die Schule kommt unweigerlich das „Mama, kann ich dieses Jahr bitte „Packed-Lunch“ haben?!?“. Damit meint sie, dass sie statt dem angebotenen Mittagessen lieber etwas von zu Hause mitnehmen möchte. In der Regel essen Kinder, die nicht das Schulessen essen, Sandwiches als Hauptbestandteil des Packed-Lunch. Sandwiches gehen bei der Schnatterente aber leider gar nicht. Weiterlesen »

5. Kindergeburtstag in London

Knallroter Wolkenhimmel London

Es ist Mittwochabend und wir sind seit Samstag in Berlin und ich habe Urlaub. UND ERST JETZT KOMME ICH ZUM BLOGGEN! Das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ich wollte schon längst über den „Frozen“-Geburtstag der Schnatterente gebloggt, wenigstens die „Danke-fürs-Kommen-und-das Geschenk-Emails“ an die Gäste geschickt, sowie ein paar andere liegengebliebene Dinge erledigt haben! Weiterlesen »

Einschulung in London

Kind in Uniform zur Einschulung in London

 

Endlich kann ich mal wieder an einer Blogparade zum Thema #Einschulung – von Mama notes teilnehmen. Nachdem ich nun schon einige Einschulungsberichte von anderen Mama-Bloggerinnen gelesen habe, kann ich nun von unserer Erfahrung der Einschulung in London berichtet. Eines vorweg: Bei den Briten läuft das ziemlich anders!

Die Reception Class als „Vorschule“

In England kommen alle Kinder, die vor dem 31.August 4 Jahre alt sind, ab September des Jahres in die Reception Class. Weiterlesen »

Das englische Schul-Lotto

Primary School London, School Admissions

Heute ist DER wichtigste Tag im Leben von Eltern von 4-Jährigen in England: Soweit ich weiß, gehen Landesweit (definitiv aber in London) zur selben Zeit für alle Familien die Benachrichtigungen raus, auf welche Schule ihre Kinder ab September gehen werden. Und das ist in vielen Familien „Kriegsentscheidend“! So schicken Familien ihre Kinder nämlich manchmal eher auf eine teure Privatschule, als auf eine öffentliche, wenn sie nicht die Schule ihrer ersten Wahl bekommen.

Ab September nach dem 4. Geburtstag der Kinder, besuchen diese die Reception Class, die mit einer deutschen Vorschule vergleichbar ist. Mit der Annahme eines Reception-Class-Platzes ist das Kind in der Schule drin – komme was wolle (also dann spielt es z.B. auch keine Rolle mehr, ob die Familie weiter weg zieht). Weiterlesen »

Half-Term-Holidays

Rumgammeln 1Diese Woche sind Half-Term Ferien und wir genießen es gerade sehr, dass alles mal einen ruhigeren Gang nimmt!

Auch wenn ich heute früh um 6:30 Uhr mal schnell zwei hungrige Mäulchen stopfen musste, konnten wir das im Pyjama erledigen und uns danach noch ein wenig zum Kuscheln wieder ins Bett hauen. Irgendwann bin ich dann mal gemütlich Duschen gegangen während die Schnatterente total friedlich in ihrem Zimmer spielte und die Kuschelmaus irgendwie immer um mich rum wurschtelte. Gerade der Schnatterente, die sonst einen ziemlich vollen Wochenplan hat, möchte ich mal ein wenig Ruhe mit viel freiem Spiel und Zeit für sich gönnen!

Gestern fand zwar ihr Schwimmkurs statt und am Donnerstag werden wir auch zur Deutschen Spielgruppe gehen, aber ansonsten steht viel Relaxen und ab und zu ein Playdate an. Die Spring-Half-Term-Ferien sind meistens ziemlich ruhig, weil viele doch die Gelegenheit nutzen, zum Skifahren zu gehen oder ihre Verwandten irgendwo auf der „Insel“ zu besuchen. Und in der Regel fallen alle Kurse und sonstige Aktivitäten aus. Weiterlesen »

Nativity Play (Krippenspiel)

IMG_1229

 

Jede Klasse einer Church of England Schule führt zu Weihnachten ein „Nativity Play“ also das Krippenspiel auf. Sogar die Kindergartenkinder haben es eingeübt. Und es war total niedlich!

Weiterlesen »

Hungrige Rentiere

TaschenIn der Schule, zu der der Kindergarten der Schnatterente gehört, ist heute Weihnachtsbasar. Elterninitiative wird in der Schule wirklich sehr groß geschrieben und deshalb habe auch ich mich gemeldet, etwas im Vorfeld vorbereiten zu können. So habe ich die schöne Aufgabe bekommen, Reindeer Food Bags zu machen. (Ich fürchte, bei der Vergabe der Vorschulplätze erinnert sich leider keiner mehr an meine „mühe- und liebevoll hergestellten Tüten“…).

Weiterlesen »

Hier sind wir die „Ausländer“

KindergartenNach zwei interessanten Jahren, die wir mit der Schnatterente in Hong Kong gelebt haben, ist London unsere zweite „Auslandsstation“. Man könnte daher meinen, dass wir durch das Leben in Hong Kong gut auf das Leben in London vorbereitet sind. Hong Kong unterscheidet sich von Deutschland aufgrund der Entfernung – sowohl geografisch als auch kulturell – viel mehr als England, was ja praktisch ein Nachbarland von Deutschland ist. Aber seitdem die Schnatterente seit 2 Monaten in einen öffentlichen Kindergarten geht, der zu einer extrem beliebten Church of England Schule gehört, habe ich eine ganz neue Lektion zu verdauen:

HIER SIND WIR AUSLÄNDER! Weiterlesen »