Tagebuchbloggen im November 2018

Heute ist wieder Frau Brüllens Aufruf-Tag zum Tagebuchbloggen. Ein Montag. Und zwar einer nach einem sehr denkwürdigen Wochenende! Leider im negativen Sinne.

Es zeigte sich nämlich bereits die ganze letzte Woche, dass die Ferien nicht zur Erholung und besseren Laune der 8-Jährigen Schnatterente beigetragen haben, sondern sie genau so provokant und aggressiv – vor allem dem Au Pair gegenüber – war, wie vor den Ferien. Zudem kam eine bis dato nicht vorhandene Unlust zur Schule zu gehen dazu und nur mit vielen Tränen haben wir sie aus dem Haus bekommen.

Wenn das neue Baby alle Aufmerksamkeit einfordert

Ich dachte mir schon, dass da eine Eifersucht auf den Babybruder und zu wenig Aufmerksamkeit meinerseits dahinter stecken kann. Der ausführliche Bericht auf das gewünschteste Wunschkind bestätigte meine Vermutung.

So habe ich mich ab Samstag früh sehr bemüht, sie nicht hier und da wegen dem Bruder vertrösten zu müssen, sondern habe sie, wenn es ging, vorgezogen. Und ihr viel mehr erlaubt und bin bewusst mal sehr nach ihrer Pfeife getanzt.

Krassestes Baby-Getue bei der Erstgeborenen

Gegipfelt hatte das am Samstagnachmittag in einem stundenlangen Anfall von Baby-Verhalten: sie hat zwar vorher schon immer mal wieder wie ein Baby gesprochen, aber nun verhielt sie sich auch so: nichts wollte sie alleine machen. Sie ist sogar rumgelaufen um sich was zu suchen, auf das sie beißen kann! Das hört sich nicht so schlimm an, allerdings war ich sehr schockiert von diesem merkwürdigen Verhalten, aus dem sie auch nicht wieder rauszubekommen war. Aber wir ließen sie gewähren und wartete ab. Die Badewanne am Abend hat sie wieder halbwegs normal werden lassen.

Der Sonntag war etwas besser aber erstmalig hat sie ein paar Bemerkungen von sich gegeben, dass ihr Bruder sie nervt. Ich schätze mal, dass sie sich das nun traute, weil sie sich vom Vortag unserer Liebe nun „sicherer“ war: Trotz des ungewöhnlichsten Verhaltens hatten wir ja nicht geschimpft sondern waren ruhig geblieben.

Dem Baby gegenüber hin- und hergerissen

Obwohl sie wirklich doofe Dinge gesagt hat, wollte sie zwischendurch auch wieder mit dem Bruder kuscheln. Und obwohl sie auf einer Seite von der Anwesenheit und der Tatsache, dass das Baby nun nicht mehr wieder weg geht, genervt sein mag, liebt sie ihn auf der anderen Seite sehr und zeigt ihn überall herum. Sichtlich ein heilloses Durcheinander, das da gerade in ihrem Kopf vorgeht.

Nach weiterem Googeln bin nun allerdings auch ich verunsichert, ob da nicht sogar noch mehr dahinter steckt, als pure Eifersucht und ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Auf der Google Suche nach „Aufmerksamkeitsdefizit“ kam ich auf Anzeichen für gleichnamiges Syndrom (ohne Hyperaktivität) und musste feststellen, dass sie viele davon hat. Denn in der Schule zeigt sie allgemein wenig Interesse am Lernen und hat doch einige Baustellen an denen wir arbeiten müssten.

Auch in der Schule ist das Verhalten auffällig

Weil ich sowieso die „Mama-Dosis“ nun stark erhöhen will, aber auch weil ich die Lehrerin um ein Gespräch bitten wollte, habe ich, statt das Au Pair, die Mädels heute zur Schule gebracht. Und siehe da, die Lehrerin hat auch schon bemerkt, dass die Schnatterente zuletzt „tearful and a lack of effort“ zeigt, sich also nicht bemüht und weinerlich ist.

Ich hoffe natürlich sehr, dass das einfach eine verspätete Reaktion auf den Babybruder ist und nicht ein größeres Problem dahinter steckt. Sicher bin ich mir allerdings nicht…

Da mich diese Sache logischerweise doch recht stark beeinflusst, habe ich heute Vormittag auch kaum was für meinen Kunden gearbeitet sondern eher noch etwas recherchiert. Zum Glück kann ich meine Arbeitsstunden sehr frei einteilen und wenn ich mal eine Woche etwas weniger arbeite, ist das auch ok. Zumal ich nun auch das Arbeiten am Nachmittag einschränken oder gar einstellen werde, um präsenter zu sein.

Das Baby und seine asymmetrische Körperhaltung

Am frühen Nachmittag war ich mit unserem 3-monatigen Grinsebärchen beim Kinderarzt. Das ist für England etwas besonderes, weil wir ja normalerweise auch mit Kindern zum Allgemeinarzt gehen. Da er sich seit einigen Woche sehr auffällig im Liegen oder auch beim aufrechten Tragen oder gestütztem Sitzen nach einer Seite biegt, haben wir vom Allgemeinarzt eine Überweisung zum Kinderarzt bekommen.

Dank privater Zusatzversicherung haben wir einen Kinderarzt gesehen, der sich eine halbe Stunde Zeit genommen hat. Nach genauer Untersuchung befand er das freundliche Kerlchen als gesund und munter und empfahl, einen Osteopathen aufzusuchen, der das vermutlich „gradebiegen“ kann. Wenn nicht, würde er Physiotherapie verschreiben. Ich bin wirklich schon sehr gespannt auf den Termin beim Osteopathen!

Anschließend war es auch schon Zeit, die Mädels von der Schule zu holen. Ich bin mit dem Au Pair zusammen gegangen, weil die Schnatterente montags nach der Schule immer zu einer deutschen Familie zum Deutschunterricht geht und das Au Pair mit der Kuschelmaus direkt nach Hause ging.

Nachbohren bei der Schnatterente

Auf dem Weg konnte ich vorsichtig nachbohren, wie es denn in der Schule war, aber es schien alles ok gewesen zu sein. Auch später beim Abholen habe ich noch mal das Thema angesprochen und nachgefragt, ob die Schnatterente etwas bedrückt und ihr gesagt, dass sie immer zu mir kommen soll, wenn ihr etwas auf der Seele brennt. Daraufhin meinte sie, dass das ihre Lehrerin heute auch schon zu ihr gesagt hat. Also hat die Lehrerin schon meine E-Mail gelesen, in der ich etwas genauer als in den 30 Sekunden am Morgen die Problematik erläutert habe. Mal schauen, wie sie die Dinge sieht.

Resümee nach dem ersten Schultag nach Erhöhung der Mama-Dosis

Im Ganzen war der Tag von früh Morgens bis Abends sehr unauffällig. Beiden Mädchen merkt man an, dass es ihnen gut tut, dass ich deutlich mehr „Präsenz“ zeige. Auch wenn es anstrengend ist, wenn sie oben/unten/vorne/hinten gleichzeitig was von mir wollen. Aber um des Friedenswillen lege ich das Grinsebärchen dann eben zur Seite, um mich vorrangig um die Bedürfnisse der Mädels zu kümmern. Ich kann nur hoffen, dass diese Phase schnell vorbei ist. Denn derzeit ist unsere mittlere Super-Bock-Liese-Kuschelmaus die einfachere von beiden. Nur schaut sie sich gerade viel von ihrer großen Schwester ab. Und am Ende 3 Babies zu Hause zu haben, würde ich dann auch nicht mehr ertragen…

Eure Uta x

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