Kindergarten

Die Kinderbetreuung in England ist nicht vergleichbar mit der „Traumsituation“, wie man sie in Deutschland geboten bekommt.

Ab dem Term, wo das Kind 3 Jahre alt ist (ein Jahr besteht aus 3 Terms, die neuen Terms beginnen im September, Januar und April), in seltenen Ausnahmefällen, wenn man Sozialhilfe bekommt zum Beispiel ab 2 Jahren, bezahlt der Staat 15 Stunden Kinderbetreuung pro Woche. Das heißt, ist das Kind diese 15 Stunden wöchentlich in einem öffentlichen Kindergarten, sollte das kostenfrei sein. Öffentliche Kindergärten sind in der Regel die, die an Schulen angeschlossen sind.

Gehen Kinder in private Nurseries, die üblicherweise lange Wartelisten haben und wo man sich deshalb frühzeitig anmelden sollte, kann man diese staatliche Förderung zumindest anrechnen lassen und ein gewisser Teil der Kosten für die Nursery entfallen ab dem Term, wo das Kind 3 Jahre alt ist. Es ist allerdings nicht so, dass „15 Stunden private Nursery“ bezahlt werden, also man nur noch die Hälfte zahlt, wenn das Kind 3 Jahre als ist und z.B. 30 Stunden in eine private Nursery geht. Die interne Verrechnung in den Nurseries ist ein wenig undurchsichtig, aber zumindest spart man etwas…

Zusätzlich zu der staatlichen Förderung gibt es ein sogenanntes Child-Care-Voucher Scheme, bei dem die meisten Arbeitgeber angeschlossen sind. Hat der Arbeitgeber ein solches Scheme noch nicht, lohnt es sich, beim Arbeitgeber nachzufragen. Wie sich genau der Wert der Child-Care-Vouchers bestimmt, weiß ich leider nicht. Allerdings werden diese Vouchers vom Bruttogehalt eines Arbeitnehmers abgezogen, so dass ein guter Teil der Kosten für die Kinderbetreuung aus unversteuertem Einkommen bezahlt wird, was natürlich einen nicht unerheblichen Steuervorteil darstellt. Diese Vouchers kann man auch für registrierte Childminder (Tagesmütter) und in bestimmten Fällen sogar für Nannies verwenden. Wie das mit den Nannies genau funktioniert, kann einem sicher die Nanny oder die Nannyagentur erklären. Wenn ich mich recht erinnere habe ich sogar einmal etwas über Child-Care-Vouchers für Selbstständige gelesen. Ich glaube da war was in der Mache.

Die Kinderbetreuung hier ist jedenfalls grundsätzlich als schweineteuer zu bezeichnen, weshalb sich einige Mütter überlegen, ob es sich überhaupt lohnt, arbeiten zu gehen. Eine Bekannte zahlt für den Ganztags-Kindergartenplatz für ihren 1-Jährigen jährlich £ 19.000! Das muss man erst einmal (teilweise netto) verdienen! Und das ist ein Kindergarten in einer durchschnittlich teuren Gegend und nicht in Chelsea und Kensington!

 

Mehr nützliche Infos über London findest du hier

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