Der Grinsebär

Der Grinsebär ist seit Sommer 2018 unsere neueste Edition. Die Schwangerschaft mit ihm war meine erste Schwangerschaft in England. Die Erfahrung war auf jeden Fall interessant, denn die Schwangerenbetreuung ist sehr anders als in Deutschland. Als Drittgebärende war das für mich in Ordnung, als Erstgebärende hätte ich mir wohl gewünscht, etwas engmaschiger zur Kontrolle zu dürfen und das bei richtigen Ärzten. Nur die 2 Ultraschalls wurden von Fachärzten gemacht, sonst waren die Vorsorgeuntersuchungen bei Hebammen. Alternativ war ich auch 2x bei der Allgemeinärztin, die aber außer Urin und Blutdruck lediglich gefragt hat, ob es mir gut geht.

Das Timing der Schwangerschaft war perfekt und der Geburtstermin lag zu Beginn der Sommerferien, so dass ich mir übers NHS die Genehmigung geholt habe, in Deutschland entbinden zu dürfen. Mit dem Auto fuhren der Ordungshüter und ich in der 38. Woche also nach Berlin und die restliche Schwangerschaft wurde ich wie eine Normal-Schwangere in Deutschland behandelt.

Die Geburt verlief komplikationslos. Allerdings war das dick grüne Fruchtwasser überwachungsbedürftig und tatsächlich wurde am zweiten Lebenstag eine Neugeboreneninfektion festgestellt. Das waren alles andere als leichte Tage, die darauf folgten. Aber die Behandlung schlug sofort an und wir „genossen“ nach 3 eher sorgenvollen Tagen am Ende ein sehr ruhiges Wochenbett in der Kinderklinik. Diese Zeit hat mich mit dem kleinen Fratz natürlich sehr zusammengeschweißt.

Als wir endlich nach Hause durften zeigte sich schnell das absolut ausgeglichene Gemüt des Grinsebärs. Zwischen dem ganzen Tohuwabohu im Haus meiner Eltern (mit vielen Tieren und meinen Nichten und Neffen, die da ein- und ausgehen) blieb er die Ruhe in Person und war happy, solange das Bäuchlein gut gefüllt war.

Seit er lächeln kann, ist das seine absolute Lieblingsbeschäftigung. Daher auch die Namenswahl Grinsebär! Mit seinem Lächeln wickelt er wirklich jeden um den Finger und selbst wenn er mit zunehmenden Monaten immer mehr Quatsch macht, kann man ihm nicht lange böse sein.

Er hat seine favorisierten Menschen, zu denen er sehr gerne geht, aber je nach Laune bleibt er gerne auch mal bei weniger bekannten Menschen, die dann immer total entzückt sind. Wenn allerdings alle Stricke reißen, er müde ist oder sich weh getan hat, dann gibt es für ihn nur Mama! Ob es an dem schwierigen Start liegt, oder daran, dass er ein Junge ist: Auf jeden Fall hat er eine noch stärkeres Mama-Bedürfnis als die Mädchen. Und die waren und sind nach wie vor auch schon sehr auf Mama geprägt…