Post-Fieber-Phase

Ausschlag um den Mund, Periorale Dermatitis beim Kleinkind

Ausschlag Kleinkind, Periorale Dermatitis, Ringelröteln

Die 1,5 Jahre alte Kuschelmaus hat seit nun beinahe 4 Wochen einen Ausschlag um den Mund herum, wie auf dem Foto zu sehen ist. Zunächst kam der ohne weitere Symptome, war mal etwas besser und dann wieder schlechter. Ich hatte das aufs Zahnen und den damit einhergehenden veränderten Speichel geschoben, der wegen ihres geliebten Nuckels ja auch gerne überall um den Mund herum verteilt wird.

Nun hatte sie letzte Woche aber doch 3 Tage hohes Fieber. „Hohes“ Fieber ist bei meinen Kindern schon Fieber nur an die 39° heran. Beide hatten noch nie über 39° Fieber, egal, was für eine Krankheit sie hatten. Ich habe mir deshalb sogar noch mal ein weiteres Fieberthermometer gekauft, weil ich dem Stirn-Infrarot-Thermometer nicht vertraut habe, das bei wiederholter Messung auch deutlich unterschiedliche Werte angezeigt hat. Aber auch mit dem neuen Infrarot Ohrthermometer, hatten die Kinder höchstens mal 38,5°C. Ich gehe deshalb davon aus, dass „38-irgendwas Fieber“ für sie schon ist wie bei anderen Kindern 39+°C.

Sie war jedenfalls richtig krank, hat viel geschlafen, kaum gegessen, wollte nur auf dem Arm und alles schien ihr weh zu tun (Die Bedeutung des Wortes und das Wort „Aua“ aussprechen, kann sie nämlich schon sehr gut).

Mit dem Auftreten des Fieber begann doch das Rätselraten, was das denn nun für ein Virus ist. Zum Arzt bin ich gar nicht erst gegangen, weil wir in London leider NICHT direkt zum Kinderarzt gehen können, ohne vorher eine Überweisung vom Allgemeinarzt (GP) zu bekommen! Bei den GPs habe ich bisher selbst immer die Erfahrungen gemacht, das die Diagnosen oft einem Rätselraten nahekommt und man genau so schlau – natürlich nach nur 5-minütiger Konsultation – nach Hause geht. Abwarten kann ich auch ohne dass es mir der GP rät…

Irgendein Fieber-Virus macht gerade die Runde

Zufälligerweise habe ich meine schweizer Nachbarin getroffen, selbst Internistin, mit einem Sohn, der vor Kurzem ähnliche Symptome hatte. Sie ist aus den selben Gründen wie ich auch nicht zum GP gegangen, hat aber befreundeten Schweizer Kinderärzten Fotos vom Ausschlag ihres Sohnes geschickt. Diese ferndiagnostizierten anhand der beschriebenen Symptome und der Fotos, dass es der Parvo-Virus sein könnte. Das ist der Erreger der Ringelröteln, einer klassischen Kinderkrankheit. Bei den Engländern ist dieser Virus das „Fifth desease“ der Kinderkrankheiten.

Ich habe etwas gegoogelt und beschlossen, dass einige der beschriebenen Symptome auch bei der Kuschelmaus zutreffen. Eigentlich ist es auch egal, was es ist, denn machen kann man bei einem Virus ja eh nichts. Wenn der Ausschlag allerdings noch eine Weile anhält, werde ich wohl doch mal besser einen GP draufgucken lassen.

Nachdem das Fieber überstanden war, hatten wir 3 SEHR merkwürdige Tage, wo die Kuschelmaus sowas von aggressiv war und ständig gebissen, gehauen, gekratzt, geschubst und an den Haaren gezogen hat! Und dieses Mal war im Gegensatz zu sonst, wo solche gelegentlichen Attentate eher an der 4 Jährigen Schwester verübt wurden, auch ich ein beliebtes Opfer der Kuschelmaus. Außerdem hatte sie Wutanfälle, die ich so bei noch keinem Kind gesehen habe. Der längste Wuntanfall dauerte 20 Minuten, zog sich über den gesamten Fußboden des Erdgeschosses, die Treppe hoch bis in ihr Kinderzimmer! Wenn ich sie beruhigen wollte, machte das alles nur noch schlimmer. Ich habe das teilweise für meinen Mann gefilmt (zugegebenerweise hat sie das glaube ich zusätzlich geärgert!).  Dieser guckte mich beim Ansehen des Videos nur irritiert und stirnrunzelnd an, ob das noch normal wäre oder bereits ein Fall für den Kinderpsychologen ;-). Wir kennen Wutanfälle von der Schnatterente nicht, aber ich konnte ihn beruhigen, dass es durchaus Kinder gibt, die regelmäßig solche Wutanfälle bekommen.

Entwicklungssprünge nach Fieberphasen

Ich hatte meiner wachsenen Twittergemeinde darüber berichtet und bekam dann von zwei lieben Mama-Bloggerinnen, der Frühlingskindermama und Gretchen Stoltz, den Hinweis, dass es bei Kleinkindern nach Fieberphasen einen Entwicklungssprung geben kann. Oh nein! Nicht, dass die Kuschelmaus nun schon bei den „Terrible Two´s“ angekommen ist und wir uns auf eine lange Phase des geschlagen, gekratzt, gebissen und geschubst werdens einstellen können! Mal ganz abgesehen von den übertriebenen Wutanfällen, die mir zwar das Wischens des Fußbodens abnehmen würden – ein positiver Aspekt, der das Negative allerdings sicher nicht überwiegt!

Zu meiner großen Erleichterung habe ich aber gestern und noch viel deutlicher heute festgestellt, dass sie langsam wieder zu ihrer alten Form zurück findet und heute schon ganz viel und ganz lieb mit mir gekuschelt hat! Den einen fetten Kratzer am Dekolleté, den sie mir mit ihren Fingernägel zu Testzwecken zugefügt hat und der sie dazu veranlasst hat, gleich noch einen Strich daneben zu „malen“, weils so super klappt, verbuche ich mal unter der Rubrik ‚Neugier‘ 🙂

Ich hoffe, sie bleibt noch lange meine kleine Kuschelmaus, auch wenn wir jetzt schon davon ausgehen, dass wir mit ihr noch einiges zu erleben haben! Sie hats nämlich jetzt schon faustdick hinter den Ohren! 🙂

Eure Uta x

Nachtrag: Da der Ausschlag auch nach 6 Wochen nicht weg ist, war ich doch beim GP. Dieser diagnostizierte eine periorale Dermatitis. Diese wird auch die Stewardessen-Krankheit genannt und hat etwas mit zuviel Hautpflege zu tun. Mmmmhh, überzeugt mich nicht wirklich denn wir wischen und vor allem cremen nicht besonders viel um den Mund der Kuschelmaus rum. Und die Tatsache, dass er eine Cortison-Salbe verschrieben hat, überzeugt mich noch weniger. Falls die Kuschelmaus auch um Ostern noch damit zu tun hat, kann ich sie wenigstens mal einer Freundin in Berlin zeigen. Die ist Dermatologin und ich vertraue ihrem Urteil mehr als dem des GPs in London.

8 Gedanken zu „Post-Fieber-Phase

  1. Hi, unser Großer hat einen sehr ähnlichen Ausschlag auf schon seit längerem um den Mund und ich weiß mir auch keinen Rat mehr. Was hat denn bei euch geholfen? Oder was war es? Ganz liebe Grüße

    1. Wir waren beim Dermatologen. Ich hatte ihm vom Verdacht berichtet, dass es von diesen voll künstlich schmeckenden Käsestangen kommen könnte. Er hat das abgetan und meinte, dass die Eltern immer anfangen, einen „Schuldigen“ zu suchen (und irgendwann fündig werden).

      Wir haben die Käsestangen eine Zeit lang weggelassen und fanden, dass es besser wurde. Die cortisonhaltige Creme, die er uns verschrieben hat, hat nach ein paar Tagen Anwendung keine Verbesserung gebracht, weshalb ich die nicht weiter aufgetragen habe.

      Es ist definitiv besser geworden und heute bis auf immer mal wieder kurzzeitig ein paar Pickelchen haben, weg. Sie hat insgesamt eine empfindliche Haut und ich nehme an, dass verschiedene Faktoren zu den heutigen kleinen Ausbrüchen führen, und dass es damals weggegangen war, kam irgendwie einfach ohne spezielle Behandlung.

      Tut mir leid, dass ich keinen besseren Rat als „Abwarten“ habe.

      Liebe Grüße und gute Besserung,
      Uta

  2. Weißt du, wonach es mir eher aussieht? Nach Hand-Fuß-Mund-Krankheit….in unserer KiTa haben es gerad 80% der Kinder, es ist hochansteckend, aber nicht weiter schlimm für die Kinder, außer sie haben den Ausschlag auch im Mund. Dann tut es weh und sie essen und trinken wenig. Ich hoffe, wir kommen drum rum… LG Bella

    1. Liebe Bella,
      Hand-Fuß-Mund hatte ich auch erst in Verdacht. Und der Ausschlag sieht auch in der Tat ähnlich aus wie bei der Schnatterente damals. Aber er ist nun schon seit 4 Wochen da – und irgendwie mal wieder mehr, mal weniger. Ich habe nun doch mal einen Termin beim GP ausgemacht. Mal gucken, was der meint was das ist.
      Liebe Grüße,
      Uta

  3. Liebe Uta,
    so ähnlich kenne ich das von meinem Großen (knapp 4), einem sehr willensstarken Kind, was mit knapp über einem Jahr eine heftige Autonomiephase einleitete und erst mit 3 1/2 beendete (naja, kommt bis heute immer wieder durch).
    Er hatte mit 15 Monaten das Drei-Tage-Fieber, fieberte bis 41 Grad hoch und war im Delirium. Danach hatten wir 2 fürchterliche Wochen mit ihm, in denen er nicht mehr er selbst war, völlig außer Rand und Band, unleidlich und aggressiv gegenüber anderen und vor allem gegen sich selbst. Er schlug seinen Kopf gegen Türen und Schränke, gegen den Fliesenfußboden im Bad, riss sich Haare aus etc., bis ich ihn anschrie, damit er zur Vernunft kommt. Es war schrecklich. Irgendetwas war komplett durcheinander geraten in seinem Kopf.

    Danach aber – oh Wunder – schaffte er es plötzlich, alleine einzuschlafen, was der Ausgangspunkt für eine deutliche Verbesserung seines grottenschlechten Nachtschlafes war. Siehe mein aktueller Blogartikel:
    http://fruehlingskindermama.blogspot.de/2015/02/uber-die-schlafkarriere-meiner-kinder.html

    Also es hatte sich wirklich etwas verändert im Gehirn. Solche willensstarken Kinder kommen mit Entwicklungssprüngen schwer klar und müssen sich erst wieder auf die veränderte Situation einstellen. Mein Großer hat bis heute immer wieder Phasen, wo er komplett reseted wirkt und völlig durchdreht. Danach ist meistens eine neue Fähigkeit da. Meine Kleine ist da wesentlich fluffiger. Bei Deiner Kleinen ging es ja zum Glück recht schnell vorbei. Nun kommt vielleicht tatsächlich die Autonomiephase. Viel „Spaß“ dabei (20min Wutanfall ist noch nicht das Ende der Fahnenstange;). Bei Jungs kommt dann noch die körperliche Kraft dazu, die sie mobilisieren.)

    Achso: hat man die Entwicklungssprünge als Baby (sind ja alle paar Wochen) nicht so bei ihr gemerkt? Bei meinem Großen hat man das schon als Baby mitgekriegt…

    Liebe Grüße!

    1. Ui! Das hört sich ja auch nach heftigen Nachwehen bei deinem Sohn an!
      Und ja, ein sehr willensstarkes Kind ich die Kuschelmaus durchaus auch. Zum Glück richtet sie ihren Ärger bisher nicht gegen sich. Das zu sehen würde mir auch sehr schwer fallen. Da sie für ein Mädchen schon jetzt gut Power hat – ausreichend um zum Beispiel die große Schwester mit ordentlich Schwung wegzuschubsen, erwarte ich auch noch die ein oder anderer Kraftprobe von ihr 🙂

      Naja, es wäre ja auch ein wenig langweilig, wenn man sich die alltäglichen Machtkämpfchen mit den Kindern wegdenken würde 😉

      Liebe Grüße,
      Uta

  4. Liebe Uta,
    das hört sich nicht lustig an – und nur allzu vertraut. Wir hatten seinerzeit quasi eine Standleitung zu den Kinderärzten in unserer Familie. Gott sei Dank hatten wir diese Möglichkeit – ich hätte nur nicht geglaubt, dass sogar britische Ärzte ihre eigenen GPs meiden, wenn es um die Kinder geht.
    Und zu den terrible twos: meine Tochter hat das bis zum Affektkrampf getrieben. Das erklärte mir unser Kinderarzt natürlich erst hinterher. Sie hat bis zum Atemaussetzer gebrüllt, ist erst steif und dann schlaff geworden – ich dachte sie stirbt. Manchmal sind die Kleinen ihrem Neuronen-Gewitter im Kopf genauso hilflos ausgesetzt wie wir. Aber: Alles wird gut.
    Liebe Grüße
    Jonna

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