Fernsehverbot in einer Tour

Fernseher hat kein Signal wegen Fernsehverbot

Heute gab es mal wieder Fernsehverbot! Für die Vierjährige. Immerhin NUR für heute. Letzte Woche hat sie sogar die ganze Woche Fernsehverbot bekommen.

Meine Kinder schauen generell nicht besonders viel Fernsehen, aber sie schauen sehr gerne Abends ihre 2-3 Zeichentrickserien. Deshalb ist Fernsehverbot – neben Süssigkeitenverbot – eines unserer derzeit beliebtesten Drohmittel, wenn die Kinder es mal wieder drauf ankommen lassen.

Die Vierjährige will es gerade sehr oft wissen

Ich verbringe seit einigen Wochen wirklich wieder bewusst deutlich mehr Zeit mit den Kids als in der Zeit vor den Sommerferien. Vor den Sommerferien haben beide sehr um meine Aufmerksamkeit gekämpft, als ich insgesamt nicht besonders viel Zeit hatte.

Seit ich mir diese aber nehme, hat zumindest die Siebenjährige Schnatterente im Großen und Ganzen wieder eher selten ihre „Momente“.

Die Kuschelmaus hingegen ist nach wie vor sehr launisch und teilweise so in einem Trotz-Modus, dass sie da einfach nicht mehr raus kommt und alles und jeder einfach nur doof ist und am besten kaputtgemacht gehört. Besonders gerne haben wir solche Phasen am Morgen, wenn sie nicht sofort etwas zu Essen bekommt.

Da wird getrotzt und gewütet und Jähzorn ist ein fast schon zu harmloses Wort! Alles wird lauthals schreiend mit „NEIN“, „Ich will nicht“, „Gar nichts“ oder „Ist mir doch egal“ beantwortet und gerne schaut sie sich in ihrer Rage im Zimmer um und droht „dann mache ich jetzt xyz kaputt“. Und wenn mich das kalt lässt, schnappt sie sich den nächstgelegenen Gegenstand tatsächlich und tut zumindest so, als wollte sie ihn kaputt machen oder zum Beispiel in den Mülleimer werfen. Auch wenn es Dinge sind, die ihr gehören und die sie eigentlich mag. Ein solches Verhalten kenne ich von der Großen nicht und halte es auch für echt merkwürdig, wenn ihr mich fragt.

Oder ist eine solche Zerstörungswut in dem Alter noch normal?!?

Rosinen für den morgendlichen „Frieden“

Ein paar Morgende hatte ich zur Wahrung des Friedens – wie früher einmal eine Zeit lang – kleine Rosinenpackungen im Schlafzimmer, die sie dann bei uns im Bett essen durfte.

Die paar Tage hat das dann auch ok geklappt und sie hat sich anschließend relativ leicht zum Anziehen bewegen lassen und es gab auch keine anderen größeren Dramen, bevor ich das Haus verlassen habe. Als es dann allerdings keine kleinen RosinenPACKUNGEN mehr gab und ich stattdessen Rosinen in einer Schüssel gebracht hatte und das zu einem mega-Aufstand geführt hatte, der mindestens 20 Minuten ging, hat es mir gereicht.

Ich dachte: „Wer ist hier eigentlich der Boss?!“ – und sagte: „Du hast die ganze Woche Fernsehverbot!“

An dem Morgen hat mich die Kuschelmaus sooo weit gereizt und ich kam einfach mit keiner meiner zahlreichen guten und verärgerten Tonarten zu ihr durch, dass ich irgendwann alles stehen und liegen ließ und an die Arbeit gefahren bin. Geflüchtet muss man schon eher sagen! Aber erst, nachdem ich für die ganze Woche Fernsehverbot erteilt hatte!

Zumindest DAS hatte erstmals an dem Tag eine andere als eine Trotzreaktion bei der Vierjährigen bewirkt, die nämlich ziemlich geplärrt hatte, dass „Mama einfach abdüst“…

Ich war echt am Verzweifeln, weil die Kuschelmaus einfach sowas von außer Kontrolle war, und es mit ziemlich schwer fiel, nicht selbst die Kontrolle zu verlieren! Das kleine Luder hat es echt drauf, einen bis aufs Letzte zu reizen!! Davon können auch unsere Au Pairs ein Liedchen singen.

Vom Au Pair habe ich allerdings in dem Fall erfahren, dass sie sich recht schnell wieder beruhigt hatte und der restliche Morgen ok war. Und dass sie sich sogar bei mir entschuldigen wollte – hört hört! Aber das Fernsehverbot blieb – dieses Mal wollte ich das durchziehen.

Strenge schriftliche Regeln wurden während eines Camp Fires offiziell verlesen

Am Abend habe ich erstmalig ein Camp Fire einberufen. „Familienrat“ könnte man es vielleicht auch nennen. Das kam den Mädels schon etwas unheimlich vor. Und dann habe ich auch noch ein paar sehr strenge Regeln vorgelesen, was die Morgenroutine angeht. Wir stellen normalerweise nicht festgeschriebene Regeln auf (ist ja auch anstrengend, wenn man die dann immer genau so durchsetzen muss ;-)).

Ich muss dazu auch sagen, dass ich noch keinen einzigen Erziehungsratgeber gelesen habe. Das liegt nicht daran, dass ich darum einen weiten Bogen machen würde, sondern dass mir schlichtweg generell die Zeit zum Lesen fehlt. Ich muss nächste Woche zum Beispiel das 3 Mal ein „Small Business Handbuch für Anfänger“ ungelesen in die Bibliothek zurückbringen, weil ich einfach nicht dazu komme, es zu lesen. Von daher kann ich mich, was die Erziehung der Kinder angeht, nur auf meine Intuition verlassen, und ob die immer so das Wahre ist, wage ich zu bezweifeln.

Naja, bis auf solche Phasen wie die derzeitige, haben wir uns bisher recht gut durchgewurschtelt und das Feedback von Außen ist, dass wir sehr liebenswerte und soziale Mädchen haben. Auch wenn wir deren andere Seite kennen, ist das doch sehr beruhigend zu hören 🙂

Die neuen strengen Regeln umfassten jedenfalls zum Beispiel, dass es kein Essen mehr vor dem Frühstück gibt, die Kids sich zumindest versuchen müssen, alleine anzuziehen. Dass sie sich rechtzeitig überlegen müssen, was sie frühstücken wollen, und vor allem, dass sie auf mich oder das Au Pair hören müssen – und zwar nicht erst beim zehnten Mal!

Die Kids fanden das erst gar nicht so witzig, dass es nun schriftliche und streng klingende Regeln gibt. An die ich sie zudem schon am ersten Morgen mehrfach erinnern musste!

Dennoch waren die kommenden Morgende etwas besser und zu einem gewissen Anteil schiebe ich das auf die Regeln.

Ein kleiner Husten und schon ist wieder alles dahin

Nun hustet die Kuschelmaus seit ein paar Tagen wieder recht soll, was dazu führt, dass sie nachts aufwacht. Und das wiederum führt scheinbar dazu, dass sie morgens zu unausgeschlafen ist, um den Hunger oder Unterzucker auch nur mehr als 2 Minuten auszuhalten.

Und so haben wir wieder diese „Kampf-Morgende“.

Heute hat es mal wieder den Gipfel des Trotzes erreicht, obwohl wir Dank Wochenende nicht mal unter Zeitdruck standen: Nach viel Stress, bis wir überhaupt unten in der Küche angekommen waren, habe ich es gewagt, statt Toast, Toasties zu reichen (Kein großer Unterschied meiner Meinung nach). Essensverweigerung ist in den Fällen des Trotz-Vulkanausbruchs der Supergau, weil man so eben nicht den dringend notwendigen Blutzuckerspiegel erhöhen kann.

Und obwohl der Ordnungshüter heute eigentlich hätte ausschlafen dürfen, musste ich ihn dazurufen, weil die Situation sonst weiter eskaliert wäre. Wenn nämlich der Papa da ist, geht es plötzlich alles ETWAS besser, obwohl er bei den Kindern wahrlich nicht mehr Autorität besitzt als ich.

Eins könnt ihr mir glauben: Ich freue mich schon wie wahnsinnig darauf, wenn dieses kleine Trotz-Monster in die Pubertät kommt!

Um das hier jetzt aber nicht unter ein falsches Licht zu stellen: Ich liebe auch diesen Trotzkopf sehr, die dem Namen entsprechend auch eine absolut süße Kuschelmaus sein kann. JA: KANN. Nicht immer, aber immer genau mindestens so viel, dass man alle Eskapaden wieder vergisst 😉

Und wie ist das bei euch? Kennt ihr solche Situationen? Und wann oder wodurch ist das besser geworden?!? Ich freue mich über Kommentare von euch mit hoffentlich positiven Erfahrungen und einem Hoffnungsschimmer für eine Trotz-Kopf-geplagte Mutter 😉

Eure Uta x

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.