Nicht Schlafen können in kindlichen Angstphasen

Kleines Kinderzimmer LondonMit einem Beitrag zur Blogparade der lieben Tafjora zum Thema „Schlafen“ wecke ich meinen Blog aus dem Dornröschenschlaf. Die letzten Wochen waren ziemlich stressig und ich kann es kaum erwarten, dass Ostern ist und ich 11 Tage am Stück frei habe (und hoffentlich nicht plötzlich irgendwelche unvorhergesehenen Pflichten und vor allem keine Krankheiten wie zum Beispiel ein Armbruch oder Windpocken auftauchen… Das kennen wir ja jetzt schon alles!).

Schlafen tun wir – Schlafen können wir – Schlafweltmeister werden wir nie werden!

Ende letzten Jahres haben wir – endlich! – die 5-Jährige Schnatterente erlöst und ein halbhohes, 2m langes Bett mit Rutsche erstanden. Sie war zu dem Zeitpunkt schon gut jenseits der 110 cm lang und da wurde das 1,40m Juniorbett doch langsam ziemlich knapp!

Sie liebt ihr neues Bett, das ihrem Zimmer einen ganz neuen, viel „erwachseneren“  Glanz verlieh. Sie hat von Anfang an sehr gut in dem großen Bett mit großer Decke und Kopfkissen geschlafen. Lediglich der 35cm breite Ausschnitt der Leiter im Bettgeländer machte ihr etwas Sorge: Sie könnte da ja rausfallen! Diese Riesen-Lücke mussten wir also jeden Abend verbarrikadieren.
Nachdem wir über Weihnachten in Berlin waren, wo sich die Mädchen nach dem Umzug meiner Eltern nun ein süßes Kinderzimmer teilen, gab es – wieder zurück in London – plötzlich Theater beim Einschlafen!

Mama! MAAAMAAAAA! Ich kann nicht schlafen!!!

Über zwei Wochen hatten wir dieses Problem: Die Schnatterente ist zwar wie immer totmüde zwischen 19:00-19:30 Uhr ins Bett gegangen, konnte dann aber nicht einschlafen: Mal war es irgendwas in ihrem Zimmer, das nicht am rechten Platz war, dann waren es Hunger, Durst oder Pippi-müssen. Meist hatte ich aber das Gefühl, dass sie sich vor irgendetwas gruselte. Von anderen Gleichaltrigen weiß ich, dass die auch gerade durch so eine Phase gehen, wo abends die Sorgen in sorgfältig auf Papier gemalten Bildchen dem Sorgenfresser ins Maul geschoben werden. Zum Glück sind wir aber eher beim Gruseln als bei echten Sorgen und echte Sogen passen auch nicht zu meinem sorglosen Töchterlein, die sich selten tiefere Gedanken um irgendetwas macht 😉

Selbst wenn ich nach meinem langen Arbeitstag um 20:30 – 21:00 Uhr nach Hause kam, war sie noch wach und rief nach mir, sobald ich zur Tür rein bin. Mit viel Überredungskunst konnte man sie irgendwann dazu bringen, sich umzudrehen und endlich zu schlafen. Einen Punkt hat sie vorher aber noch mindestens drei Mal betont:

Ich will bei meiner Schwester schlafen!

Nachdem wir uns diese Misere lange genug ohne erkennbare Besserung angeschaut haben, haben wir sie probeweise auf einer Matratze zur Kuschelmaus ins Zimmer gelegt. Dieses Experiment konnten wir aber nur eingehen weil wi wissen, was sie für einen tiefen Schlaf hat. Das ist allerdings auch kein Wunder, denn sie schnarcht selbst, dass sich die Balken biegen und ist deshalb vermutlich immun gegen nächtliche Geräusche von Außen!

In den beiden Testwochen hat die Kleine so gut wie keine Nacht durchgeschlafen: Die abheilenden Windpocken juckten nachts noch immer und wir haben gemeinerweise doch irgendwann den „Jucki-Saft“ (Piriton, der den Juckreiz unterdrückt und zu dem möde macht) abgesetzt. Bis auf ein einziges Mal, wo die Kuschelmaus sich wirklich in Rage geheult hat, hat die Schnatterente alle nächtlichen Mätzchen der kleinen Schwester überschlafen.
Nach zwei Wochen auf der Matratze und der Gewissheit, dass die Große trotz nächtlichem Theater der Kleinen weiterschläft, haben wir Nägel mit Köpfen gemacht: So haben wir das Bett im alten Zimmer abgebaut und im Zimmer der kleinen Schwester wieder aufgebaut. Typisch englisch sind die beiden Kinderzimmer nicht wahnsinnig groß, so dass das Schlafzimmer der Kisd nun ziemlich voll ist. Aus dem anderen Kinderzimmer ist dafür jetzt eine begehbarer-Kleiderschrank-Spielzimmer-Kombi geworden 🙂
Im gleichen Zug haben wir aus dem Gitterbett der Kuschelmaus ein Juniorbett gemacht. Da sie sich ja beim übers Gitter „stürzen“ vor Weihnachten den Arm gebrochen hatte, hielten wir das für die sicherere Variante. Dieses Kind ist so unberechenbar, dass man nie sicher sein kann, wann sie aus Neugier, Ärger oder Übermut den nächsten Salto übers Gitter macht! Im Nachhinein war die Juniorbett-Idee jedenfalls ein GROSSER FEHLER!
Sie findet ihr neugewonnen Freiheit, selbst ins Bett und aus ihrem Bett aussteigen zu können, natürlich ziemlich cool! Im Gegensatz zur Schnatterente, die im Lieblingsbett im Wunschzimmer nun schläft wie ein Stein, wacht die Kleine aber in letzter Zeit wirklich sehr häufig auf! Aktuell leidet sie seit einigen Tagen mal mehr mal weniger unter Bauchschmerzen. Irgendwie haben hier alle mit einem Magen-Darm-Virus zu tun.
Davor waren es Schnupfen, Husten, Halsweh – also nichts besonders. ABER ausreichend Grund zum Aufwachen und losmeckern… Wenn sie allerdings draußen kein Licht mehr sieht, spart sie sich das Jammern und rennt stattdessen, so schnell es die kurzen Beinchen im Schlafsack zulassen, zu uns ins Zimmer und springt in unsere Mitte, so dass mir kaum Zeit zum Reagieren bleibt. Meist habe ich sowieso gleich resigniert weil ich weiß, dass selbst wenn ich sie noch mal zum Einschlafen in ihrem Bett bewegen könnte, unser kleiner Dickkopf eine Stunde später wieder in unserer Mitte läge. Zum Glück ist sie ein recht angenehmer Kandidat in unserem unfreiwilligen Familienbett!

Was können wir noch versuchen?

Unsere allerneuste Taktik gegen den nächtlichen Besuch ist jetzt, beide Mädchen zusammen im Hochbett schlafen zu lassen. Das klappte zwar beim Einschlafen nicht und wir mussten sie noch mal trennen. Aber nach dem ersten Aufwachen und Meckern der Kleinen haben wir sie zur Großen gelegt und siehe da: Ab da war Ruhe! Allerdings war die Große heute so müde, dass sie freiwillig um 18:30 Uhr ins Bett ist, obwohl die Kleine noch wachbleiben durfte (sie hatte sich ja schließlich auch heute Mittag ausgepennt)!
Ob diese Lösung jetzt der Weißheit letzter Schluss ist, wird sich zeigen! Ich bin mir sicher, dass das auch nur eine gewisse Zeit klappt, bevor sich die Rahmenbedingungen mal wieder um 180 Grad drehen! Wie das halt immer so ist… Aber wem erzähl ich das?
In diesem Sinne wünsche ich Euch eine gute Nacht!
Eure Uta x
ps: veröffentlich 20 Sekunden bevor die Kleine losgeheult hat *augenroll*

Ein Gedanke zu „Nicht Schlafen können in kindlichen Angstphasen

  1. Liebe Uta,
    schön, dass Du wieder da bist! Und vielen Dank für diesen ehrlichen Beitrag. Da habt Ihr ja auch schon einiges durchprobiert. Einiges davon kommt mir sehr bekannt vor und ich finde es wichtig, ruhig davon zu erzählen. Das macht doch irgendwie auch Mut.
    Allerdings muss ich ja zugeben, dass ich am Besten schlafe, wenn meine Kinder bei mir sind, denn dann schlafen wir meist alle durch.
    In diesem Sinne nun eine ruhige Nacht, ist ja auch schon wieder Zeit 🙂
    Lieben Gruß
    Tanja

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